LUXEMBURGCHRISTIAN SPIELMANN

Hollywoodstar Tom Cruise als knallharter Ex-Militärpolizist

Ein „Sniper“, der später als James Barr (Joseph Sikora) identifiziert wird, knallt aus einem Parkhaus heimtückisch fünf Menschen ab. Ein wenig später kann ihn Polizist Emerson (David Oyelowo) festnehmen. Staatsanwalt Rodin (Richard Jenkins) will, dass er sich schuldig bekennt,
um einen langwierigen Prozess zu vermeiden. Barrs schriftliche Antwort lautet: „Get Jack Reacher“ („Holt Jack Reacher“).

Reacher (Tom Cruise) ist ein Ex-Militärpolizist, dessen Aufenthaltsort nicht bekannt ist. Barr wird auf dem Weg ins Gefängnis schwer verprügelt und fällt ins Koma. Seine Anwältin Helen (Rosamunde Pike), die Tochter vom Staatsanwalt, kann ihn nicht mehr verhören. Dann taucht Reacher aus dem Nichts auf. Mit viel Mühe und Überredungskraft, kann Helen ihn überzeugen, ihr
und Barr zu helfen. Als Jack in einer Bar von fünf Schlägern angemacht wird, stellt sich schnell heraus,
dass hinter dem wüsten Gemetzel mehr steckt, als
angenommen wird.

Überdurchschnittlich gute Unterhaltung mit zwei Überraschungen

Der zweite Kinofilm von Christopher McQuarrie, „Jack Reacher“, basiert auf dem Roman „One Shot“ von Lee Child. Obschon ab den ersten Minuten für den Zuschauer klar ist, dass Barr nicht der Schütze war, sondern Charlie (Jai Courtney), bietet dieser Thriller bedeutend besserer Unterhaltung, als andere Filme des Genres. McQuarrie lässt besonders die Bilder sprechen: Knappe Dialoge gemischt mit langen Kamerafahrten und -einstellungen sorgen für Spannung. Viele Szenen spielen in der Nacht oder im Regen und verleihen dem Film einen zusätzlichen Hauch von Mysterium.

Allzu viele haarsträubende Action- und Prügelszenen gibt es nicht, aber diese wenigen haben es in sich, können sogar als extrem hart bezeichnet werden.

Die Geschichte lebt hauptsächlich von den Fragen wer denn hinter dem ganzen Plan steckt und was sein Motiv ist. Somit gibt es kaum Verschnaufpausen und die 130 Minuten Spieldauer lassen sich sehr gut verdauen. Es gibt noch zwei spezielle Charaktere im Film, die besondere Beachtung verdienen.

Da wäre einmal der deutsche Regisseur Werner Herzog als hinterhältiger Bösewicht Zec, der ein trübes Auge hat, und Robert Duvall als mürrischer Cash, der einen Schießstand betreibt und einen eigenartigen Sinn für Humor hat.