LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Positiver Trend in der Tourismusbranche hält an - Innovation Award für nachhaltige Ideen

Von wegen Attacke, nicht mal kontrolliertes Ausschwärmen als wir uns in Schutzkleidung nähern. Auch kein ärgerliches Brummen als der Imker einen der Bienenstöcke öffnet und sehr vorsichtig eine quadratische Bienenwabe mit tausenden Insekten hervorzieht. Mitten drin kann man sogar die Königin erkennen. Die Bienen scheinen so beschäftigt oder so relaxt, dass selbst Wirtschaftsstaatssekretärin Françine Closener eine der Platten ganz ohne Handschuhe hält und das Gewimmel aus der Nähe betrachtet.

Fallen Bienen nicht in das Ressort Landwirtschaft? Nicht immer, denn diese Bienen wohnen nicht nur an einem ungewöhnlichen Ort, dem Dach des Hotels „Sofitel Kirchberg“, sie stellen auch eine touristische Innovation dar. Die Bienen, oder besser gesagt ihr Imker Hugo Zeler, gehören zu den 31 Bewerbern um den „Tourism Innovation Award“.

Nachhaltiger Tourismus

Dieser Award wurde in zwei Kategorien ausgeschrieben. Einmal für „Smart Tourism“ und dann für „Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Tourismus.“ Von den ursprünglich 31 Bewerbern sind sechs, also je drei, in die Endauswahl der Expertenjury gekommen. Zusätzlich gibt es noch einen mit 15.000 Euro dotierten Publikumspreis, bei dem noch alle Bewerber im Rennen sind. Abstimmen kann man noch bis zum 9. September unter www.tourisminnovation.lu . Verliehen werden die Preise Ende September.

Beim Smart-Tourism geht es um Apps, virtuelle Realität oder interaktives Kennenlernen touristischer Ziele. In Sachen „Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Tourismus“ machen die Apfelkelterei „Ramborn Cider“, das Radprogram „Velosophie“ und die „Hunnegkëscht“ - Bienenstöcke an urbanen und touristisch interessanten Orten - von Hugo Zeler, das Rennen unter sich aus. Zeler gehört in den Luxemburg zu den ersten Imkern die auf urbanen Honig setzen. Er folgt einem internationalen Trend. Oft finden die Bienen in einem städtischen Umfeld mehr Blütenpflanzen vor als in einer ausgeräumten Agrarlandschaft - selbst in Paris oder New York. Zeler zeigt seine Bienen interessierten Besuchern, auch auf dem Dach des Sofitel.

Es geht weiter aufwärts

Wirtschaftsstaatssekretärin Françine Closener tourte aber gestern nicht nur durch das Land, um sich touristische Innovationen anzusehen, sie stellte gestern Morgen auch die touristische Bilanz für das erste Halbjahr 2018 vor.

Es geht weiter aufwärts, das belegen die von „Luxembourg for tourism“ vorgelegten Zahlen. Drei Millionen Übernachtungen waren es im letzten Jahr, der positive Trend setzt sich fort. Die vier Prozent Steigerung für den gesamten Übernachtungssektor in den ersten sechs Monaten speisen sich vor allem aus der Zunahme auf den Campingplätzen (plus 15 Prozent) und in den Jugendherbergen (plus zehn Prozent).

Deutlich gestiegen sind auch die Besucherzahlen bei verschiedenen touristischen Attraktionen, so kamen mit 145.308 Personen elf Prozent mehr Besucher in den Märchenpark in Bettemburg. Das Museum für zeitgenössische Kunst MUDAM verzeichnete sogar ein Plus von 42 Prozent auf 59.709 Besucher im ersten Halbjahr 2018.

www.tourisminnovation.lu