LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Luxemburg schafft als erstes Land Rechtsrahmen für „grüne“ Pfandbriefe

Bereits vor mehr als zehn Jahren hat das Großherzogtum eine Weltpremiere im Bereich „green finance“ gefeiert. Damals begab die Europäische Investitionsbank eine erste Anleihe an der Börse Luxemburg zu Finanzierung von nachhaltigen Umwelt- und Energieprojekten weltweit. Seither hat sich Luxemburg zu einer der führenden „grünen“ Finanzplätze weltweit gemausert. Mittlerweile sind ein Drittel der nachhaltigen Anleihen weltweit an der hiesigen Börse gelistet.

Seit gestern nun verfügt das Land über ein weiteres „grünes“ Finanzinstrument: die „green covered bonds“ oder grüner Pfandbrief. Die Abgeordnetenkammer gab nämlich einstimmig grünes Licht für eine Abänderung der Pfandbriefregulierung aus dem Jahr 1993. Erstmals werden mit dieser Reform auch die Kriterien der Nachhaltigkeit in einem Gesetz klar definiert. „Damit stärken wir die Position Luxemburgs auf diesem Gebiet, freute sich Finanzminister Pierre Gramegna, der hofft, dass durch diesen Hebel eine Menge Geld gesammelt werden kann, um dauerhafte Vorhaben gegen den Klimawandel und gegen Umweltzerstörung zu finanzieren.

„Wir müssen die Ziele des Pariser Klimaabkommens schneller umsetzen“, sagte Gramegna, für den der Kampf gegen Klimawandel die Top-Priorität ist, „und wir werden alle Hebel des Finanzplatzes nutzen, um das zu beschleunigen“. Bereits im zweiten Semester des Jahres sollen die ersten grünen Pfandbriefe auf den Markt kommen.