LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Luxemburg-Kirchberg: Das seit 2002 arbeitende Heizkraftwerk wurde ökologisch modernisiert

Am Anfang fand jedermann den viereckigen Bau mit den hochaufragenden Kaminen als ziemlich störend, insbesondere wegen der in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden organisch geformten Sport- und Schwimmhallen. Mittlerweile sind die vier Kamine zu einer Landmarke im Banken- und Europa-Viertel Luxemburg-Kirchberg geworden. Unter den vier Schornsteinen verbirgt sich ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das sowohl elektrischen Strom als auch Fernwärme für nahezu das ganze Viertel erzeugt, und das schon seit 2002. Zehn Jahre zuvor hatte der Betreiber „Luxenergie“ damit begonnen, BHKW in sogenannten Insellösungen auf dem Kirchberg-Plateau zu installieren. Wobei Fernwärme den Luxemburgern zunächst noch suspekt erschien, wogegen die deutschen Unternehmen, die dort bauten, diese Technik schon kannten und zum Vorreiter des städtischen Fernwärmenetzes auf dem Kirchberg wurden.

„Zweite Einweihung“

So schilderte es gestern Abend Romain Becker, der Präsident von „Luxenergie“, bei der zweiten Einweihung des zentralen BHKW an der auch Wirtschafts- und Energieminister Etienne Schneider und die Spitzen der Stadt Luxemburg teilnahmen.

„Zweite Einweihung“ deshalb, weil das Kraftwerk seit 2016 modernisiert wurde. Seit 2002 war Erdgas der alleinige Energieträger, jetzt wird die Grundlast von einer Kraft-Wärmeanlage geliefert, die mit Holz befeuert wird. Im allgemeinen Baubetrieb im Banken- und Europaviertel ist es fast untergegangen, dass am Heizkraftwerk kräftig gebaut wurde und unter anderem auf der östlichen Seite ein dunkler Kubus, ein oberirdisches Lager für Holzpellets angebaut wurde.

Luxenergie erklärt den technischen Vorgang so: „...werden Holzpellets drei- bis viermal täglich per Lastwagen angeliefert und im Pellet-Silo mit einem Fassungsvermögen von 500 Tonnen gelagert. Im Heizkessel, mit einem stündlichen Verbrauch von 2,8 Tonnen Holzpellets, wird Wasser zu Wasserdampf (480°C) erhitzt. Die Turbine mit Generator nutzt diesen Dampf zur Produktion von jährlich 22.400 Megawatt-Stunden Strom, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Der Dampf aus der Turbine wird dann an einen Kondensator weitergeleitet, um 9,5 Megawatt thermische Energie aufzufangen, die in das Wärmenetz der Stadt Luxemburg auf dem Kirchberg eingespeist werden. Pro Jahr werden somit 76.000 Megawatt-Stunden grüne Wärme bereitgestellt. (…) Die Spitzen der Energienachfrage werden durch das Zuschalten der fünf bereits vorhandenen Blockheizkraft-Module und der drei Gaskessel abgedeckt.“