LUXEMBURG
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Auch wenn das Ziel 2020 noch in weiter Ferner ist - es ist der richtige Weg

Europas Straßen zählen nach wie vor zu den sichersten der Welt. Dies belegen seit geraumer Zeit die offiziellen Zahlen, die von der Europäischen Kommission jedes Jahr im ersten Quartal vorgelegt werden. 2016 starben bei Unfällen im Straßenverkehr (bezogen auf je eine Million Einwohner) in der EU 50 Menschen, weltweit waren es in der Statistik 174 Menschen.

Nachdem zwei Jahre lang kaum eine Verbesserung zu verzeichnen war, markierte 2016 „eine Wende“, wie es auch Brüssel hieß. Die Anzahl der Verkehrstoten ging um zwei Prozent zurück. 2016 kamen in der EU insgesamt 25.500 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben - das waren 600 weniger als 2015 und 6.000 weniger als 2010. Damit sank über die letzten sechs Jahre die Anzahl der Verkehrstoten um 19 Prozent. Doch immer noch hat die Politik das strategische Ziel einer Halbierung der Zahl der Verkehrstoten im Zeitraum 2010 bis 2020 vor Augen.

„Sécurité routière“: Arbeitsfeld Fußgänger

Nur zum Vergleich: Zwischen 2001 und 2010 konnte die Anzahl der Verkehrstoten in der EU somit um 43 Prozent gesenkt werden. Einen Ausblick auf das Jahr 2017 gibt es für Europa zwar noch nicht - aber erste Zahlen für das Großherzogtum.

Hier scheint es, dass sich auch die Verkehrsopferstatistik im abgelaufenen Jahr verbessert habe. Die Zahl der Verkehrstoten sei zwischen 2016 und 2017 erneut im Großherzogtum zurückgegangen. 24 Tote führt unter anderem die „Sécurité routière“ in ihrer Statistik. 2016 waren es 32 Menschen, die auf den Straßen von Luxemburg starben und 36 im Jahr 2015. Auch wenn man natürlich bei diesen - vorläufigen - Unfallzahlen die leicht- und schwerverletzten Personen mitberücksichtigen muss, so sei man, nach Paul Hammelmann, dem Präsidenten der „Sécurité routière“, „auf dem richtigen Weg“. Trotzdem ist das von der EU-Kommission formulierte Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 gegenüber 2010 zu halbieren, aber auch noch weit weg - dies würde „nur noch“ 16 Verkehrstoten entsprechen.

Allerdings gibt es noch andere Sorgenkinder: „Die Arbeit mit dem Ministerium für Nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur ist gut“, führt Hammelmann grundlegend aus. Doch ein Themenfeld, was unbedingt noch intensiver bearbeitet werden muss, sei die Sicherheit der Fußgänger. Auch die letzten beiden Verkehrsopfer, die tödlich verletzt wurden, waren wieder Fußgänger, die von Fahrzeugen angefahren wurden. „Trotz Kampagnen zu diesem Thema müssen wir weiterhin auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, in den dunklen Jahreszeiträumen und auch aktuell helle Kleidung zu tragen“, sagt Hammelmann und spielt auf die Kampagne „Gitt siichtbar“ an. Dunkel gekleidete Personen würden meist erst wahrgenommen, wenn sie durch Autoscheinwerfer oder eine Straßenlaterne angeleuchtet werden - doch da kann es aber schon zu spät und der Bremsweg zu kurz sein.

Vision auf Landstraßen: 80 statt 90 km/h

Ein weiterer Themenkomplex in Bezug auf Verkehrssicherheit ist auch die Reduzierung von 90 auf 80 km/h außerorts. Denn: Die meisten tödlichen Unfälle (17) ereigneten sich 2016 auf der Landstraße (59 Prozent), 14 Prozent auf der Autobahn und 27 Prozent in der Stadt. Die meisten Unfälle mit Schwerverletzten (118) ereigneten sich in der Stadt (51 Prozent), 41 Prozent auf der Landstraße und acht Prozent auf der Autobahn.