LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Für fünf Windparks im Süden und Südosten hat es erste Standortuntersuchungen gegeben - In zwei Fällen tut sich aber seit Jahren nichts

Windkraft ist die unproblematischste Art der Energiegewinnung. Solange man nicht im Schlagschatten eines Windrades lebt oder als dusseliger Vogel in den Rotor fliegt, treten keine Nebenwirkungen auf. Wer von Hässlichkeit spricht, sei nur an den Ausblick auf Cattenom erinnert. Windräder können jederzeit demontiert oder technisch aufgerüstet werden. Alles unproblematisch. Bleibt aber die Sache mit dem Schattenwurf und dem Einfluss auf die Vogelwelt.

Bisher sind luxemburgische Windkraftanlagen, vulgo Windräder, in den ländlichen Gegenden des Ostens oder auf dem Hochplateau des Ösling errichtet worden. Immer dort, wo das Verhältnis von möglichst viel Wind und geringstmöglichem Eingriff in die Natur ausgeglichen war. Jetzt sind aber Planungen für Windparks in der Diskussion, die im erheblich dichter besiedelten Süden des Großherzogtums errichtet werden sollen. Wobei die Planungen für zwei Standorte sogar schon etwas älter sind.

Ausgehend von Informationen über diese Pläne hat der Fraktionsvorsitzende der DP in der Abgeordnetenkammer, Eugène Berger, eine entsprechende parlamentarische Anfrage an Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) gerichtet. Er habe davon gehört, dass es Standortanalysen und Projekte für Windparks im Süden gibt, leitete Berger seine Frage ein. Ob die Ministerin eine detaillierte Liste der ins Auge gefassten Standorte oder Kommunen aufzählen könne. Ob die Ministerin für jeden der genannten Plätze eine Übersicht über den Stand der Dinge (Studien, Vorarbeiten, Verwaltungsverfahren) nennen könne?

Die Antwort von Ministerin Dieschbourg führt fünf mögliche Standorte für Windkraftanlagen auf.

Windpark Garnich

Am 27. Dezember 2016 habe die Umweltverwaltung als zuständige Behörde ihr Gutachten zu den vom Bauherrn vorgelegten Unterlagen, in Hinblick auf die zu erwartenden Umwelteinflüsse, vorgelegt. Ein weiteres Gutachten zum dazugehörigen Bauvorhaben sei in Ausarbeitung. Der konkrete Standort wird nicht genannt. Es heißt nur: Auf dem Territorium von Garnich.

Windpark Differdingen

Die Antwort klingt hier ähnlich: Am 29. Juni 2017 habe die Umweltverwaltung als zuständige Behörde ihr Gutachten zu den vom Bauherrn vorgelegten Unterlagen, in Hinblick auf die zu erwartenden Umwelteinflüsse, vorgelegt. Die Ministerin nennt das Stichwort „Scoping“. Der Standort für die Windräder ist im Süden der Gemeinde Differdingen an der luxemburgisch-französischen Grenze vorgesehen.

Windpark „Sudwand“- ein Vielzahl an Möglichkeiten

Für diese Windkraftanlagen scheint noch einiges in der Schwebe zu sein. Zwar hat auch dort die Umweltbehörde am 6. Dezember 2017 ihr Gutachten zu den zu erwartenden Umwelteinflüssen abgeben und bereits am 11. Dezember erfolgte ein erstes Abstimmungstreffen zwischen dem Bauherren, den möglicherweise betroffenen Kommunen und den zuständigen Verwaltungen, aber man hat sich noch nicht für einen Standort entschieden. In Frage kommen die Gemeinden Sassenheim, Monnerich, Bettemburg, Dippach, Reckingen/Mess, Roeser und Weiler-la-Tour.

Windpark Dalheim - nicht im Süden, sondern im Osten

Das Bauvorhaben eines Windparks für Dahlheim hängt seit 2013 in der Warteschleife. Seit Juni 2013 gibt es ein Gutachten über die möglichen Umwelteinflüsse, danach wurde der Verwaltungsweg aber nicht weiter beschritten.

Windpark Kayl-Rümelingen - große Flaute?

Rund um einen projektierten Windpark im Raum Kayl-Rümelingen herrscht seit einigen Jahren Flaute. Am 24. März 2009 (!) hat die Umweltbehörde ihr Gutachten zu den vom Bauherren vorgelegten Unterlagen, in Hinblick auf die zu erwartenden Umwelteinflüsse, vorgelegt. Am 6. Juli 2017 habe das Ministerium beim Bauherren nachgefragt, ob das Projekt zu Ende geführt oder aufgegeben werden soll. Bis jetzt habe man keine Antwort erhalten, konstatierte die Ministerin.