LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

35 Mal ohne zu bezahlen in Luxemburger Restaurants gespeist

Wegen gewerbsmäßigen Betruges ist ein 58-jähriger Luxemburger am Donnerstag zu neun Monaten teilbedingter Haft und zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt worden. Der Mann muss sich auch einer psychiatrischen Therapie unterziehen. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Monate Haft ohne Bewährung und 5.000 Euro Geldstrafe für den Zechpreller beantragt.

Der Anklagevertreter hatte dem Angeklagten in der Prozessverhandlung bewussten
Betrug vorgeworfen und ihn einen „Kriminellen“ genannt. B. gilt als eine ungehemmte
Persönlichkeit. Eine Mischung aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit.

Der Mann soll laut Staatsanwaltschaft einen sagenhaften Bildungsgrad haben. B., der von Beruf Lehrer war, hatte den Wirten im Luxemburger Land von 2015 bis 2018 das Gruseln gelehrt: 35 mal war er in Gaststätten eingekehrt, wo er jeweils ausgiebig tafelte.

Doch die Rechnungen bezahlte er nie: Als ihm die Rechnung vorgelegt wurde, räumte er unumwunden ein, nicht bezahlen zu können. Auf der Liste seiner Gastronomie-Touren standen Restaurants in Esch/Alzette, Mersch, Foetz, Luxemburg, Hesperingen, Düdelingen, Monnerich, Capellen, Bettemburg. Insgesamt prellte er die Restaurants um 2.000 Euro.