LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Serie „Krieg der Träume - 1918-1939“ startet im TV - mit luxemburgischer Beteiligung

Der luxemburgische Produzent Nicolas Steil (Iris Productions) scheint ein Faible für Fernsehserien zu haben. 2017 koproduzierte er die achtteilige Serie „Krieg der Träume - 1918-1939“ sowie den Sechsteiler „Bad Banks“. Letztgenannte Serie ist bereits ausgestrahlt worden. Die Teile 1 und 2 der erstgenannten wurden am Donnerstagabend im „Kinepolis Kirchberg“ dem Publikum in Vorpremiere vorgestellt. „Krieg der Träume“ wird als dokumentarische Dramaserie bezeichnet und wurde von Jan Peter und Fréderic Goupil inszeniert. Steil produzierte die Serie, die zum großen Teil in Luxemburg gedreht wurde, zusammen mit mehr als 30 anderen Geldgebern und Förderern, unter anderem dem deutschen Produzenten Gunnar Dedio, der an diesem Abend anwesend war. Es spielen 120 Schauspieler in Haupt- und Nebenrollen sowie rund 700 Statisten. Die Serie wird in 15 Ländern ausgestrahlt, und es werden sicher noch anderen dazu kommen.

„Überleben“ und „Revolution“

Der erste Teil „Überleben“ zeigt die Revolte deutscher Matrosen im Herbst 1918 in Kiel. Sie weigerten sich mit der Kriegsflotte in den sicheren Tod auszulaufen, als Deutschland noch einmal alles nach vorne warf, um den Krieg doch noch zu gewinnen. Die Hauptfiguren sind hier Hans Beimler (Jan Krauter) und Heester (Luc Feit). In dieser Episode wird aus der Polin Apolonia Chalupiec die Filmikone Pola Negri (Michalina Olszanska) unter den Fittichen des jungen Regisseurs Ernst Lubitsch (Roland Bonjour). Marie-Jeanne Picqueray (Solène Rigot), May genannt, verlässt ihren Mann (Hervé Sogne), nachdem sie die Spanische Grippe überwunden hat.

Die russische Soldatin Marina Yurlova (Natalia Witmer) will eigentlich an die Front, doch der Zug fährt in die andere Richtung. Im vierten Teil „Revolution“ ist sie jedenfalls in San Francisco angekommen, wo sie beim altgediegenen russischen Ballettmeister Nikolai (Anton Yakovlev) Tanzunterricht nimmt.

May arbeitet unterdessen in Moskau als Dolmetscherin für eine Gruppe Gewerkschaftler. Sie ist von den Ideen der Revolution angetan, lernt aber die Kehrseite dieser kennen und verlässt angeekelt Moskau. Hier stößt auch der Vietnamese Nguyen Ai Quoc (Alexandre Nguyen) zu den Kommunisten und wird später als Ho Chí Minh in die Geschichte eingehen. In diesem Teil spielt André Jung den „Lustmörder“ Friedrich, der in einem Gefängnis den jungen Rudolf Höß (Joel Basman) schikaniert, der später der Kommandant des Konzentrationslager Auschwitz wird. Die Serie ist ein Mix aus Archivmaterial aus 23 Ländern und nachgestellten Szenen. Die einzelnen Geschichten inspirieren sich an realen Personen sowie an Briefen, Tagebüchern und Erinnerungen von Menschen, welche die Nachkriegsjahre erlebten.

Ausstrahlung in den kommenden Tagen

Voice-Over-Stimmen lesen Ausschnitte aus diesen Dokumenten, während Schriftzüge die Namen der Schreiber nennen oder nur die Orte, wo sie geschrieben wurden. So sind viele Sprachen zu hören, die auf Deutsch übersetzt werden, während die nicht-deutschen Dialoge untertitelt sind. Diese im „Kinepolis“ gezeigte Fassung wird auf dem deutschsprachigen Arte ausgestrahlt. Im Mittelpunkt stehen immer wieder die Träume dieser Menschen, die sich eigentlich nur die Erfüllung dieser wünschen. Doch nach dem Krieg ist vor dem Krieg. Viele werden enttäuscht und ihre Leben anders führen müssen. Leider boten die zwei Teile nur einen Vorgeschmack auf eine Fernsehserie von acht Teilen mal 52 Minuten spannender und interessanter Geschichten.

Ausstrahlungstermine der acht Teile: auf RTBF am 8., 9. und 10. September ab 20.15; auf Arte am 11., 12. und 13. September. Die 416-minütige Serie wurde für die Ausstrahlung auf ARD auf drei Teile von 90 Minuten gekürzt. Hier sind hauptsächlich die nachgestellten Szenen geblieben.