PASCAL STEINWACHS

Auch wenn der inoffizielle Wahlkampfauftakt bereits am vergangenen Montag mit der hauptstädtischen Braderie eingeläutet wurde, zu der sich dann auch eine ganze Reihe von Nicht-Zentrumskandidaten eingefunden hatte, da in der Stadt Luxemburg ja schließlich nicht nur Einwohner aus dem Wahlbezirk Zentrum auf der Jagd nach Schnäppchen sind, so fällt der Startschuss der offiziellen Kampagne jedoch erst am kommenden Montag, derweil die Wahlplakate aber bereits - hierauf einigten sich die großen Parteien in ihrem Wahlkampfabkommen - ab nächstem Freitag aufgestellt beziehungsweise aufgeklebt werden dürfen. Demnach sich die heiße Phase des Wahlkampfs diesmal auf gerade einmal fünf Wochen beschränken wird.

Dabei sind die politischen Amtsträger schon seit einigen Wochen dabei, sich der potenziellen Wählerschaft möglichst von ihrer Schokoladenseite zu präsentieren; sei es in den sozialen Medien, sei es - besonders wenn man ein Regierungsamt innehat - im Rahmen von Pressekonferenzen, sei es auf Veranstaltungen wie der Schobermesse oder der Braderie, lieben die Wähler doch den persönlichen Kontakt mit dem Politiker.

Ab sofort wird aber auch - gearbeitet wird ja bekanntlich bis zum letzten Tag - wieder richtig regiert, kommen die blau-rot-grünen Kabinettsmitglieder doch heute Vormittag zu ihrem ersten Regierungsrat nach der Sommerpause zusammen, derweil Staatsminister Bettel am Nachmittag den französischen Präsidenten sowie seinen niederländischen und belgischen Amtskollegen zu einem Arbeitsbesuch auf Schloss Bourglinster empfangen wird, ehe er anschließend zusammen mit Emmanuel Macron in der Philharmonie über Europa diskutieren wird. So kurz vor den Wahlen - und das wusste keiner besser als sein Amtsvorgänger Juncker - kommen solche Bilder mit internationalen Spitzenpolitikern, zumal mit solch smarten Vertretern wie dem französischen Präsidenten, natürlich gerade recht. Sein christlich-sozialer Herausforderer Claude Wiseler hat seinerseits sogar seinen Urlaub in Portugal dazu benutzt, dem portugiesischen Präsidenten einen Besuch abzustatten und sich mit diesem ablichten zu lassen.

Die Wiseler-Partei dürfte indes eher amüsiert zur Kenntnis genommen haben, dass die LSAP, die am Dienstag offiziell in den Wahlkampf startete, diesmal ausgerechnet auf den Slogan „Zesummen!“ setzt, der jedoch dummerweise auch schon der Wahlkampfslogan der CSV bei den vergangenen Parlamentswahlen war. CSV-Präsident Marc Spautz machte in den sozialen Medien jedenfalls schon mal Copyright-Ansprüche geltend, womit der Wahlkampf seinen ersten kleinen Skandal hat.

Außer ihrem abgekupfertem Slogan greifen die Genossen und Genossinnen im Wahlkampf aber auch noch auf einen zum Wahlkampfbus umgebauten roten Partybus zurück, mit dem sie ab jetzt durch das ganze Land fahren wollen, um die Wählerschaft von ihren Ideen zu überzeugen. Laut offizieller Webseite („LSAP ënnerwee“) finden die drei ersten Boxenstopps jedoch allesamt auf dem Rummel statt: „Zesummen op d’Fouer“. Und der offizielle Start der CSV-Wahlkampagne, der erfolgt am Freitag. Man darf gespannt sein...