LUXEMBURG
DANIEL OLY

KI, Startups und Finanztechnologie: „ICT Spring“ im EIC

Vom neuen Banking-Agenten mit Künstlicher Intelligenz (KI) über neue Finanztechnologie-StartUps bis hin zu großen Experten-Rundtischgesprächen: Auf der gestern eröffneten diesjährigen „ICT Spring“-Messe in dem „European Convention Center“ auf Kirchberg geben sich die Vorreiter der neuen Technologien die Klinke in die Hand. „Das ist gut so“, meinte deshalb Premier- und Medienminister Xavier Bettel bei seiner gestrigen Ansprache. „Denn ohne regen Austausch und Zusammenarbeit werden sich die Probleme der Zukunft schwerer lösen lassen.“

Ideen-Festival

„Ohne neue Technologien und die wichtigen Ideen, die neue Revolutionen erlauben, ist die Zukunft nicht möglich“, meinte Bettel weiter. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir einander zuhören; der Austausch der Ideen ist eine Stärke“, sagte er. Besonders in Zeiten des Mauerns und der Abschottung sei es daher wichtig, gemeinsam an neuen Konzepten zu arbeiten.

Dazu gab es auf den gleichzeitig abgehaltenen Konferenzen von „FinTech summit“, „Digital Summit“, „Space Forum“ und dem „AI Summit“ zur KI-Thematik alle Möglichkeiten. Zudem zeigten Aussteller auf ihren Ständen, was die Zukunft bieten könnte.

Dabei sei es wichtig, selbst aktiv zu sein und das Feld nicht kampflos zu überlassen, betonte Bettel: „Im Bereich der KI etwa investiert China Rekordsummen. Da geht es letztendlich auch um eine Frage der eigenen Souveränität“, sagte er. Deshalb sei es wichtig, immer offen für neue Ideen zu sein - etwas, das vom Großherzogtum als Standort verkörpert werde: „Wir sind in die Satelliten-Welt eingetaucht mit SES, haben die Fonds- und Bankenbranche aufgenommen“, meinte Bettel. Beides seien gewaltige Erfolge geworden. „Mit der Gründung von RTL haben wir die Schaffung der Medienlandschaft nachhaltig begleitet“. Jetzt sei der Fokus in den Weltraumressourcen. „Die Menschen halten uns natürlich für verrückt - aber das selbe galt damals in Zeiten der SES-Gründung.“ Die Bereitschaft und Offenheit für das „next big thing“ sei eine Stärke Luxemburgs. Deshalb ist er überzeugt: „ICT Spring ist nicht nur eine weitere Konferenz; es ist eine perfekte Austauschplattform für alle Akteure, die gemeinsam unsere Gesellschaft nachhaltig beeinflussen können.“ Natürlich gebe es Ängste, zum Beispiel vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. „Da müssen wir noch stärker mit Bildungsinitiativen wie dem ,Fit for Code‘ der ADEM vorgehen“, sagte er. „Trust“ sei die nächste große Sache. „Wir führen Regulationen wie GDPR nicht ein, um Unternehmen zu stören“, meinte Bettel. „Wir führen sie ein, um Unternehmen und Nutzer gleichermaßen zu schützen. Denn ist der Ruf einer Firma erst ruiniert, bleibt die Kundschaft aus. Ein enttäuschter Kunde ist ein verloren gegangener Kunde“, mahnte er.