LUXEMBURG
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Bürgerdialog zur Energiepolitik in der Abtei Neumünster

Eine Energie-Union Europas; mehr Kooperation bei der Entwicklung von nachhaltiger Energie; geringere Kosten für Kunden, Betreiber und Länder; nicht zuletzt mehr Unabhängigkeit von Energieimporten. Die Liste der Vorteile bei einer engeren Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsländer in Energiefragen sei lang, betonte der Vizepräsident der EU-Kommission für Energiefragen, Maroš Šefcovic.

Er war gemeinsam mit dem Europaabgeordneten Claude Turmes in der Abtei Neumünster anzutreffen, um mit Bürgern im Rahmen des Bürgerdialoges zu sprechen. Der stand dabei auch ganz im Zeichen der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der EU: „Eine saubere Energie ist effizienter“, meinte Šefcovic. „Das heißt auch für die Betreiber, dass ihre Unternehmen effizienter sind - und das kommt allen zugute.“

Stärkere Zusammenarbeit

Als wichtigstes Standbein sehe die Kommission deshalb die Führungsrolle, die Europa in der Entwicklung neuer Technologien spiele. „Wir müssen unsere gemeinsame Arbeit an neuen Energien verbessern und uns untereinander stärker austauschen“, meinte er. Dazu gehöre auch ein gemeinsames Netz, um für mehr Redundanzen und mehr Unabhängigkeit von Energieimporten zu sorgen.

„Es darf nicht sein, dass China unseren Vorsprung aufholt. Denn China schläft nicht“, meinte Turmes indes. Nur so könne man auch sicher stellen, dass Entwicklungsländer nicht dieselben Fehler machen. „Und nur so geht eine nachhaltige Entwicklung“, meinte er. Die EU sei aus einer Kohle- und Stahlunion entstanden, meinte Turmes. „Heute brauchen wir mehr denn je eine Wind- und Solarunion“, erklärte er. „Damit wären wir unabhängig, weil wir bei uns produzieren und keine Energie importieren müssen“, unterstrich Turmes weiter. Alle Anstrengungen, Solarenergie voran zu treiben, seien deshalb richtig und wichtig. Denn: „Die Welt verändert sich, und das Kräfteverhältnis gleich mit“, meinte Turmes. Früher waren Öl- und Gas-reiche Länder an der Spitze. Inzwischen seien es Länder, die erneuerbare Energien ganz oben auf die Liste setzen. „Die Geopolitik der Energie ändert sich.“

Elektromobilität für die Zukunft

Dass es in Europa überhaupt zu einem Dieselskandal kommen konnte, sei beschämend. Jetzt werde es Zeit, daraus zu lernen und besser zu werden: „Wir müssen den Abgasen erneut stärker den Kampf ansagen und endlich wieder die besten Autos in Europa bauen“, unter strich er. „Das Qualitätssiegel von europäischen Autos muss wieder gelten.“ Dafür sei es auch wichtig, die Infrastruktur für Elektroautos auszubauen, damit es attraktiver wird, ein solches Fahrzeug zu besitzen.

Šefcovic traf sich abseits des Bürgerdialogs auch mit den Abgeordneten der „Chamber“, um über die nationalen Möglichkeiten zur Abgas-Reduktion zu sprechen. Auch die schnelle Umsetzung der Pariser Abkommens war Gesprächsthema, ebenso wie der Ausbau der Elektromobilität im Großherzogtum. Hier forderten die Abgeordneten ein besseres Netzwerk von Ladesäulen in Europa. Auch die Frage nach der Atomenergie wurde gestellt - hier versicherte Šefcovic, dass hohe Sicherheitsstandards auch weiterhin eine Priorität der Kommission bleiben werden.