Die „Affäre Mille“ hat es in die internationale Presse geschafft. Gestern berichtete „Der Spiegel“ unter dem Titel „Siemens: Sicherheitschef im Zwielicht“ über die klammheimliche Aufzeichnung die der Ex-Geheimdienstchef 2008 mittels einer präparierten Uhr von einem Vier-Augen-Gespräch mit seinem Vorgesetzten, dem Premier, anfertigte. Dabei soll es bekanntlich um eine verschlüsselte „Diskette“ gegangen sein, auf der - eine wiederum klammheimlich aufgezeichnete - Unterredung zwischen Juncker und Großherzog Henri über die „Bommeleeër“ sein soll. Im März 2010 durfte Mille als oberster Sicherheitschef zu Siemens wechseln. Den Konzern interessieren die Hintergründe des Wechsels offenbar kaum. „Herr Mille hat uns informiert, dass sich die parlamentarische Kontrollkommission in Luxemburg mit dem Thema befasst hatte und den Vorgang ohne Konsequenzen für seine Person abgeschlossen hat“, sagte ein Siemens-Sprecher dem „Spiegel“. Na, die Affäre ist ja schneller aus der Welt, als man den „Delete“-Knopf an der Agentenuhr drücken kann. Wetten, dass die Kommission „den Vorgang“ noch längst nicht „ad acta“ legt und fragen wird, weshalb Milles Chef kein Verfahren einleitete. Der Ausschuss tagt übrigens heute morgen.