LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Berg: Urteile im Home-Jacking-Prozess noch nicht rechtskräftig

Die Kriminalkammer des Bezirksgerichts Luxemburg verurteilte am Mittwoch drei Rumänen wegen besonders schweren Raubs, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung zu Freiheitsstrafen von jeweils zwölf Jahren. Dem Opfer müssen die Verurteilten gemeinsam 4.000 Euro Schadenersatz zahlen.

Zum Lasten der drei Rumänen wirkten sich ihre erheblichen Vorstrafen aus. Mit diesem Strafmaß blieb die Kriminalkammer allerdings unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte 17, 15 und zwölf Jahre Haft gefordert.

Mit Eisenstange attackiert

Die drei Räuber drangen am Ostermontag 2014 nachts, maskiert und gewaltsam, in das Einfamilienhaus eines Landwirts in Berg ein. Die Räuber hatten es besonders auf das Geld des Opfers abgesehen, das im Haus versteckt gewesen sein soll. Die Rede war von 100.000 Euro. Sie fesselten den Mann an Händen und Füßen und knebelten ihn mit Klebeband. Dann bedrohten sie ihn - die Anklage spricht von der Bedrohung mit einem Messer - und forderten die Herausgabe von Geld und Wertsachen. Für den Landwirt M. begann ein Martyrium. Er sagte im Prozess, er sei auch mit einer 60 Zentimeter langen Eisenstange geschlagen worden. Die Angeklagten hatten das in ihren Aussagen bestritten. An eine Eisenstange konnte sich keiner von ihnen erinnern. Der Staatsanwalt hatte dagegen keine Zweifel an der Opferaussage.

Der Landwirt fügte sich schließlich seinen Peinigern, diese flüchteten mit etwas Bargeld sowie Schmuck und zwei Uhren. Dem Opfer gelang es später, sich selbst zu befreien und den Rettungsdienst zu alarmieren. Später wurden zwei Räuber in Rumänen und einer in Luxemburg von der Polizei gefasst. Von einem Täter hatte man DNS-Spuren in der Wohnung gefunden.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Alle Beteiligten können binnen vierzig Tagen Berufung gegen das Urteil einlegen. Dann müsste der Berufungshof in Luxemburg den Fall neu aufrollen.