WINTGER
CHRISTIAN SPIELMANN

Musical-Sänger Fernand Delosch feiert in seiner Heimat

Das „Centre Culturel“ in Wintger (Wincrange) war am Sonntagnachmittag gut gefüllt. Im Vorfeld war die Samstagvorstellung schnell ausverkauft, und eine zweite musste eingeplant werden. Kein Wunder, denn Musical-Sänger Fernand Delosch steht auf der Bühne in jenem Ort, in dem er die Schulbank drückte. Er wurde 1970 in Clerf geboren und wohnte in Deiffelt in der Gemeinde Wintger. So sind viele Freunde, Bekannte und Familienmitglieder gespannt „ihren Fernand“, der seinen Beruf des Krankenpflegers 1994 aufgab, um Musical-Sänger zu werden, vielleicht ein erstes Mal live zu sehen. Eigentlich hätte er bereits 2017 sein 20. Bühnenjubiläum feiern sollen, aber seine Engagements bei den Vereinigten Bühnen Wien, wo er seit 2009 angestellt ist, ließen es nicht zu. Zurzeit steht er im Musical „Tanz der Vampire“ bis Ende Juni im Wiener Ronacher Theater auf der Bühne.

„Wëllkomm am Wiener Café“

Für den Auftritt in Wintger hat sich Delosch eine Liebesgeschichte ausgedacht, die mit Melodien aus Operette und Musicals erzählt wird. Er nennt sich Eddie, in Anlehnung an den Polizisten Eddie Souther aus dem Musical „Sister Act“. Eddie begegnet einer Frau, Rosi, die von der Wienerin Elisabeth Wutkitsevits gespielt wird. Begleitet wird das Duo von Erny Delosch, dem Bruder von Fernand, am Piano und von Vania (Geige) und Judith Lecuit (Cello).

Delosch spielte in seiner Karriere in vielen dieser Werke eine Rolle, wie „Im weißen Rössl“, „Mary Poppins“, „Don Camillo und Peppone“, „Sister Act“ oder „Jekyll & Hyde“. Er kann stimmlich überzeugen und beweist sich auch als Schauspieler. Seine Partnerin überzeugt ebenfalls in allen Belangen. Ausgezeichnet war ebenfalls ein Intermezzo der Geschwister Lecuit mit „Wenn ich einmal reich wär“ aus „Fiddler on the Roof“.

Heimweh

In einem Interview 2015 war Fernand Delosch noch überzeugt, in Wien zu bleiben, wo er sich eine Wohnung gekauft hatte. „Selbst als EU-Europäer ist man heutzutage in Wien ein Ausländer“, sagt er enttäuscht und plant wieder nach Luxemburg zurückzukehren, wenn sein Engagement in Wien ausläuft. „Ich fühle mich nicht mehr wohl in Wien. Bei den Vereinigten Bühnen Wien sind die Chancen, noch eine Karriere zu machen, sehr klein“, erzählt er weiter. Er will sein Wissen und Können an junge Sänger und Sängerinnen weitergeben. So hält er regelmäßig Workshops im Großherzogtum, wie in Marnach, Ettelbrück oder in einer Tanzschule in Wintger. Im hauptstädtischen Athenäum war er ebenfalls für die Regie und Choreografie für Musicals verantwortlich, die dort inszeniert wurden, wie „Legally Blonde“ oder „9 to 5“. Musiklehrer wäre somit ein idealer Beruf für ihn. Seine Karriere als Sänger würde er aber nicht aufgeben, sollte sein neuer Job es erlauben. „Ich würde gerne als Musical-Sänger weitermachen“, erklärt er. „Es gibt ja eine Reihe von Stadttheatern um Luxemburg herum, die Musicals oder Operetten spielen. Da werde ich mich dann bewerben.“

Dann kehrt Delosch zu seinen Freunden, die im Saal noch auf ihn warten und ihm sicher noch tausend andere Fragen stellen. Man darf gespannt sein, wie die Karriere des sympathischen und äußerst begabten Musical-Sänger weitergeht.


Weitere Informationen zu Fernand Delosch findet man auf
seiner Homepage www.fernand-delosch1.webnode.com