LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Staatssekretär gibt grünes Licht für Asphaltwerk - Gemeinden sind weiterhin dagegen

Nach viel Kritik am geplanten Bau eines Asphaltwerk in der Industriezone „Um Monkeler“ hat der Staatssekretär im Nachhaltigkeitsministerium, Camille Gira, die Zusage für eine modifizierte Version des Projekts gegeben. Damit wird 80 schriftlichen Reklamationen sowie einer Petitionsliste mit 1.094 Unterschriften und 110 verbalen Reklamationen nicht Rechnung getragen, die in den letzten Monaten zusammen gekommen sind.

Keine Unvereinbarkeiten

Die Umweltverwaltung habe alle Reklamationen analysiert und ausgewertet, wobei anschließend entsprechende Änderungen am Projekt gemacht worden seien, heißt es in einem Presseschreiben. Laut Camille Gira gebe es, nach Absprache mit der Umweltverwaltung, keine Unvereinbarkeiten mit bestehenden Gesetzen und Umweltvorschriften.

Das Gelände, auf welchem die Anlage entstehen soll, befinde sich auf Grundstücken der Gemeinden Esch/Alzette und Schifflingen und liege in 600 Metern Entfernung von Siedlungen in Lallingen sowie 900 Meter von den nächsten Siedlungen in Schifflingen, so das Nachhaltigkeitsministerium. Weiter sei man allen Einwänden nachgekommen betreffend Lärm, Staub und Gerüchen und hätte das Projekt entsprechend modifiziert.

Im Presseschreiben verweist das Nachhaltigkeitsministerium auf eine öffentliche Informationsversammlung in Anwesenheit des Staatssekretärs Camille Gira, die morgen um 20.00 im Gemeindehaus in Esch/Alzette stattfinden wird.

Keine Genehmigung der Stadt Esch/Alzette

Der Schöffenrat der Stadt Esch/Alzette hatte schon im Vorfeld der Veröffentlichung des Schreibens des Nachhaltigkeitsministeriums eine Pressemitteilung als Reaktion auf Flugzettel der Bürgerinitiative der Einwohner aus Lallingen vom vergangenen Freitag, die im Rahmen der Gemeinderatssitzung verteilt wurden, verschickt. Darin unterstrichen die Gemeindeverantwortlichen, dass die Stadt Esch/Alzette bislang keine Genehmigung für das Projekt erteilt hat und dass sie an ihrer negativen Einschätzung vom 13. August 2013 festhält.

Informationsversammlung zu kurzfristig angekündigt

Christine Schweich, die Bürgermeisterin von Monnerich findet es unterdessen nicht richtig, dass das Nachhaltigkeitsministerium die Einladung zur Informationsversammlung so kurzfristig vor dem Termin verschickt und hält auch an der negativen Beurteilung ihrer Gemeinde fest: „Wir können nicht damit einverstanden sein, dass der Bau der Anlage zugelassen wird. Das Ministerium gibt seine Autorisierung aufgrund von zusätzlichen Informationen, welche die betroffenen Bürgermeister bislang nicht mitgeteilt bekommen haben. Ich bezweifle, dass die Prozedur richtig gehandhabt wurde.“

Auf Nachfrage bestätigte auch die Gemeinde Schifflingen, dass man weiterhin gegen den Bau der Asphaltfabrik sei.