An dieser und an anderen Stellen haben wir zigfach bereits auf die mittlerweile sträfliche Vernachlässigung jeglicher zukunftsorientierten Politik hingewiesen, die dem Land langsam aber sicher zum Verhängnis zu werden droht.
Alles, was an unternehmerischen und sektoriellen Initiativen gestartet wird, strandet irgendwann ohne Ergebnis im Wust gesetzlicher Verbote und reglementarischen Wildwuchses, die jede Ergebnischance ersticken. Ausnahmen, wie etwa im Bereich finanzieller Dienstleistungen, bestätigen die Regel.
Neue Initiativen und Ansätze auszubremsen kann man sich erlauben, wenn es keine Probleme gibt. In der glücklichen Lage sind wir allerdings schon lange nicht mehr, und man kann sich eigentlich nur wundern über die Hartnäckigkeit, mit der sich maßgebliche Politiker nach wie vor dagegen sträuben, endlich die Aufgaben, die dringend erledigt werden müssen, in die Hand zu nehmen und gemeinsam mit den „forces vives“, jenen zumindest, die sich dazu noch bereit finden können, zukunftsfähige und dauerhafte Lösungen anzustreben.
Betätigungsfelder, die wir auch an dieser Stelle bereits mehr als einmal genannt haben, gibt es genug. Sie reichen von der schulischen Ausbildung, die immer mehr in die Sackgasse gesteuert wird, über eine völlig ineffiziente Beschäftigungspolitik, eine zutiefst beschämende Lage auf dem Wohnungsmarkt bis hin zu einer Steuer- und Sozialpolitik, die wohl immer noch ideologischen Traumvorstellungen, immer weniger aber der Realität von globalen Herausforderungen genügen. Dabei wäre Luxemburg besser gestellt als jedes andere Land der EU, weil es vor allem wegen des enormen Potenzials der Großregion über Chancen verfügt, von denen andere nur träumen können.
Belegt wird dies beispielsweise durch die Tatsache, dass in der EU jeder vierte (!) Grenzgänger in Luxemburg, im kleinsten der Mitgliedstaten, Arbeit und korrekte Bezahlung findet. Was für Menschen gilt, die täglich bis zu hundert Kilometer Anfahrt in Kauf nehmen, um bei uns einer geregelten Beschäftigung nachgehen zu können, funktioniert offensichtlich immer weniger mit jenen Leuten, die hier im Land, in unseren Städten und Gemeinden, leben: Je mehr Arbeitsplätze und je mehr Grenzgänger in Luxemburg registriert werden, desto stärker wächst die Zahl der Menschen im Lande selbst, die keine Arbeit finden, zumindest keiner nachgehen.
Mehr als 21.000 Personen sind das mittlerweile, und würde man sie in Relation setzen zu der Zahl von Beschäftigten, die im Land selbst wohnen, wie es in den übrigen EU-Ländern generell der Fall ist, dann wäre die Arbeitslosenquote längst zweistellig. Beschämend, unerhört, skandalös, besonders für die vielen Arbeitnehmer, die mit ihren Arbeitsentgelten noch zur Finanzierung der aus den Versäumnissen der vergangenen Jahre herrührenden Fehlentwicklungen beitragen müssen.
Solange wir uns allerdings selbst im Wege stehen, wird das nichts mit der Problemlösung. Die alten Mittel greifen nicht mehr. Sie sind alte Hüte, die die Bilanz belasten, ohne Hoffnung zu machen auf neuen Ertrag.