LUXEMBURG
MARCO MENG

Operationelles Ergebnis verbessert, Verlust halbiert

Der luxemburgische Edelstahlhersteller Aperam hatte vorgelegt, der Stahlproduzent ArcelorMittal zog gestern mit guten Zahlen nach. In nahezu allen Bereichen außer dem Bergbaugeschäft konnte sich das Unternehmen 2014 verbessern. Mehr Auslieferungen, eine bessere Kostenstruktur und die Steigerung der operationellen Einnahmen hatten zur Folge, dass der Verlust von 2,5 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2013 auf 1,1 Milliarden im letzten Jahr halbiert werden konnten.

Die Bruttoeinnahmen stiegen 2014 um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 7,2 Milliarden Dollar (6,3 Mrd. Euro), während sich operationell das Ergebnis von 1,2 auf drei Milliarden Dollar verbesserte. Besonders positiv sticht hier mit einem Plus des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, und Abschreibungen (EBITDA) auch das Europageschäft hervor, dessen Einnahmen sich letztes Jahr gegenüber dem Vorjahr von 1,6 Milliarden auf 2,3 Milliarden Dollar verbesserten und sogar im schwächeren letzten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37 Prozent von 408 Millionen Dollar auf 557 Millionen zunahmen.

Erfolgreich bei Schuldenabbau

Lakshmi Mittal, Präsident und CEO von ArcelorMittal kommentiert: „Die steigende Stahlnachfrage, vor allem in unseren Kernmärkten Europa und den USA, haben 2014 eine Verbesserung des EBITDA bewirkt trotz des niedrigen Eisenerzpreises.“ Das Geschäft habe sowohl von der Zunahme der Auslieferungen um drei Prozent auf 85 Millionen Tonnen profitiert als auch von Kostenoptimierung und Restrukturierungen.

So hat ArcelorMittal seine Nettoschulden durch Verkäufe einzelner Geschäftssparten im vergangenen Jahr von 17,8 Milliarden auf 15,8 Milliarden gesenkt. Das ist der tiefste Schuldenstand seit der Fusion von Arcelor und Mittal im Jahre 2005. Zeitweise hatte das Unternehmen sogar 22 Milliarden Dollar Schulden.

Dämpfend wirkten Abschreibungen, Zinsaufwendungen und die Absicherung von Währungsrisiken sowie die niedrigen Eisenerzpreise. In der Bergbausparte musste ArcelorMittal darum einen deutlichen Rückgang der Bruttoeinnahmen von zuvor 1,9 Milliarden Dollar auf 1,3 Milliarden hinnehmen. Operationell halbierten sich im Erzgeschäft die Erlöse sogar von 1,2 Milliarden auf 565 Millionen und wiesen im Schlussquartal einen Verlust von 50 Millionen Euro aus.

Europageschäft zieht an

Dass die Wirtschaft in Europa im letzten Jahr wieder in Fahrt gekommen ist, spürt die Stahlbranche deutlich. Machte ArcelorMittals Europageschäft 2013 noch operationell einen Verlust von 396 Millionen Euro, so steht hier nun für 2014 ein Gewinn von 122 Millionen Euro.

Dabei hat ArcelorMittal alle vier Quartale des letzten Jahres in Europa Profit gemacht, was zum einen die verbesserte Situation des europäischen Stahlmarkts verdeutliche wie auch, dass man sich stärker auf neue und spezialisierte Produkte fokussiere, wie die Europa-Division des Unternehmens gestern mitteilte.

Negativ beeinflusst wurde das letzte Quartal unter anderem durch die Stilllegung der Walzstraße C in Rodingen, die mit 57 Million Dollar zu Buche schlug. Im Jahr davor hatte die Stilllegung von Anlagen im belgischen Lüttich 353 Million gekostet.

Im Januar hatte Alex Nick, Chef von ArcelorMittal Luxemburg, erklärt, dass 2014 für die Luxemburger Werke von ArcelorMittal ein gutes Jahr gewesen sei. Die Standorte in Differdingen und Esch-Belval hatten Produktionsrekorde erzielt, und auch das Werk Bissen hatte seine Produktion um zehn Prozent gesteigert, während in Rodingen jetzt Schienen produziert werden. 2014 hatte ArcelorMittal 36 Millionen Euro in die Modernisierung der Luxemburger Werke investiert. 2015 sollen 20 Millionen Euro nach Belval fließen.

Die Manager sind optimistisch und ArcelorMittal erwartet, dass sich auch 2015 der Markt weiter erholt, vor allem bei hochwertigen Produkten wie Stählen für die Automobil-Industrie. Hier ist das Unternehmen Marktführer.

Für 2015 rechnet ArcelorMittal mit einem zunehmenden Stahlabsatz von vier bis fünf Prozent und einem EBITDA von 6,5 bis sieben Milliarden Dollar.