LUXEMBURG
JEFF KARIER

„Ready to Play?“ ist eine Verschmelzung von Brettspiel und Kunst

Wer in den letzten Wochen den Weg in die Rotondes gefunden hat, der hat bereits einen Teil des außergewöhnlichen Projekts „Ready to Play?“ sehen können. „Das ist nicht nur eine Fragestellung, sondern auch der Titel“, erklärt Alain Welter, der in den letzten zwei Monaten auch bei großer Hitze an dem Werk gearbeitet hat. Hierbei handelt es sich um eine Art XXL-Brettspiel im urbanen Raum, das auf mehreren Ebenen funktioniert.

Das Spiel besteht aus insgesamt acht Inseln, die miteinander verbunden sind und verschiedene Thematiken aufgreifen. „Die Kinder müssen etwa Münzen sammeln, die über die Inseln verteilt sind und weitere Aufgaben erfüllen.“ Welche das sind, sind auf einer „Achievement“-Tafel festgehalten. Beim Erkunden müssen die Kinder oder auch Erwachsenen von Vorsprung zu Vorsprung springen, sich durch ein Labyrinth bewegen, Affen ausweichen oder auch mal die Luft anhalten.

Spiel trifft Kunst

„Die Idee war es, ein Spiel zu kreieren, das weitestgehend selbsterklärend ist“, führt Jean-Claude Pellin aus, der selber Brettspiele entwickelt und sich mit seinen Kollegen Jens Merkl und Ulrich Blum in Rücksprache mit den Rotondes das Konzept hinter „Ready to Play?“ ausgearbeitet hat. Dieses hat Welter dann auf seine Art und mit seinem Stil umgesetzt.

So ist eine Insel ganz stark an Mario-Jump ’n‘ Run-Titel von Nintendo angelehnt. In einer anderen müssen die Kinder über ein Spinnennetz balancieren, in deren Ecke eine dicke Spinne sitzt. Wer genau hinschaut, erkennt, dass diese eine Blonde Haartolle hat und eine klare Anspielung auf Donald Trump. „Auf dem Rücken trägt sie außerdem die Flagge der konföderierten US-Staaten“, merkt Welter an und erklärt: „Hinter jeder Insel steckt eine Idee, die den Kindern nicht auffallen, aber vermutlich den Eltern.“ So erinnern die Palmblätter auf der Startinsel verdächtig an Hanfblätter und der große Kakadu hat ganz rote Augen.

So können sich die Erwachsenen, wenn sie denn selber nicht selber mitspielen und von Insel zu Insel hüpfen möchten, die gelungenen Malereien von Welter betrachten, um Verstecktes und Anspielungen zu entdecken oder das Werk bewundern. Denn mit dem Projekt soll Spiel mit Kunst vereint werden

Konsequente Nutzung

„Ready to Play?“ wird im Rahmen der „Season Opening“ am Wochenende eingeweiht. Wie Rotondes-Direktor Steph Meyers erklärte, sei es das erste Mal, dass man zur „Season Opening“ den gesamten Hof integriere, „und zwar konsequent.“ In den Jahren zuvor war das Festival „On Stéitsch“ des SNJ Teil dieses Events, wurde wie Meyers erklärt dieses Jahr aus organisatorischen Gründen separat abgehalten. „Dadurch können wir nun auch den Hof wirklich nutzen“. Beim „Season Opening“ wird es neben der Vernissage von „Ready to Play?“ zwei weitere geben. Zum einen die zu „Too Drunk To Fuck“, einer Videoinstallation von Antonin Waterkeyn und Mich Welfringer, die im Ausschank projiziert wird. Zum anderen wird das Werk „there is no place like this“ im „spot“, also der Mitte der Rotondes zwei, auf einer drehenden Plattform zu sehen sein. Die Vorlage von Yann Annicchiarico wird dabei durch Licht besonders in Szene gesetzt. Außerdem werden am Freitag bei der „ExitLX: Night“ die luxemburgischen Künstler „Bartleby Delicate“ und „C’est Karma“ sowie die österreichische Band „Cari Cari auftreten. Der Multi-Instrumentalist Jean-Carl Feldis begleitet am Samstag und Sonntag live fünf Zeichentrickfilme, die sich farbig und lustig in und am Wasser abspielen. Zudem findet in Zusammenarbeit mit „ lët’z go local“ auch wieder der „Lokale Maart“ statt.

Alle weiteren Informationen findet man unter www.rotondes.lu