WALFERDINGEN
PATRICK VERSALL

Schüler des Lyçée Robert Schuman verlegen auf den Bicherdeeg zwei Sonderausgaben ihrer Schülerzeitung

Vor gut drei Jahren wurde dem jungen Lehrer Luc Wildanger von einer Schülerin die Frage gestellt, ob man im Lyçée Robert Schuman nicht vielleicht eine eigene Schülerzeitung verlegen könne. Wildanger war auf Anhieb von der Idee angetan: Unter seiner Koordination erscheint seither dreimal im Jahr eine 28-seitige Schülerzeitung, bei der junge Leute von der siebten bis zur dreizehnten Klasse in ihrer Freizeit eine Hand mit anpacken. Verkauft wird die Publikation für zwei Euro im hauptstädtischen Gymnasium.

Seit Mittwoch verfügt die Redaktion der Lyçée Robert Schuman-Schülerzeitung eine Art Außenstelle in Walferdingen, um vor Ort das Geschehen auf den Bicherdeeg in Wort und Bild festzuhalten. Die Berichterstattungen über die Buchmesse erscheinen in zwei vierseitigen Sonderausgaben der Schülerzeitung, die vor Ort gedruckt und gratis an die Besucher verteilt werden: Eine Ausgabe am Samstag, eine weitere am Sonntag. Vor zwei Tagen wurde angefangen, Material für die Beiträge zu sammeln: In der ersten Ausgabe finden die Leser unter anderem Interviews mit einigen Buchpräis-Laureaten und eine Reportage über die feierliche Preisverleihung. Die Schüler würden sehr selbständig arbeiten, unterstreicht Wildanger, seine Aufgabe beschränke sich lediglich auf das Überlesen der fertigen Artikel.

Arbeiten unter Druck

Anders als etwa beim Verfassen der Beiträge für die am Ende jedes Trimesters erscheinende Zeitung müssen die jungen Redakteure in Walferdingen unter Zeitdruck schreiben. Insbesondere für die Sonntagsausgabe werden die Schüler schneller produzieren müssen, als sonst. Wildanger schließt nicht aus, dass seine Redakteure am Samstag bis spät Abends vor dem Rechner sitzen müssen, um das Gros der Texte für die Sonntagsausgabe fertigzuschreiben. „In der Samstagsausgabe berichten wir über alle Veranstaltungen, die samstags vor 11.00 über die Bühne gehen“, erklärt Wildanger. Selbstverständlich auch über die Lesung der deutschen Autorin Ingrid Noll, die gestern Abend die Bicherdeeg als Ehrengast mit ihrer Präsenz beglückte.

„Teamwork“ ist eines der Schlüsselwörter für das Gelingen der Sonderzeitung. Während einige Schüler fleißig Informationen sammeln, um später dann zuhause oder in Walferdingen die Artikel auf Luxemburgisch, Deutsch, Französisch oder Englisch zu verfassen, kümmern sich andere um das Layout. Gedruckt wird um die Mittagszeit, kurz darauf verteilen ehrenamtliche Mitarbeiter der Bicherdeeg die vierseitigen Produkte an das Publikum. Über die Höhe der Auflage möchte Wildanger nicht sprechen, da man sich noch keine Gedanken darüber gemacht hat. Einige Mitglieder des Schülerzeitungsteams haben sich indes aber schon konkrete Gedanken über ihre berufliche Zukunft gemacht. Da seien ein paar dabei, die nach dem Abitur wahrscheinlich Journalismus studieren würden, berichtet Wildanger.