CLAUDE SCHMIT

Seit 2008 findet am 2. April der Welt-Autismus-Tag statt. Ins Leben gerufen wurde dieser von der UNO, um auf die Krankheit und die Bedürfnisse von Menschen mit Autismus aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Claude Schmit, Präsident der „Fondation Autisme Luxembourg“, über Autismus und wie der Welttag in Luxemburg begangen wird.

„Mehr als eine von 150 Personen ist von Autismus betroffen. Die ‚National Institutes of Health‘ in den USA gehen sogar von einer von 88 Personen aus. Dabei ist die Schwere der Ausprägung fließend. Es gibt viele, die eine leichte Form dieser Behinderung haben, die dann vielleicht auch nicht direkt erkannt wird und erst später diagnostiziert wird. Denn die Diagnose ist bei Autismus nicht einfach.

Nun ist es bei leichten Formen der Behinderung möglich, dass betroffene Personen trotz Autismus gut in die Gesellschaft integriert werden können, einer Arbeit nachgehen und nur wenig Hilfe brauchen, um ein weitestgehend normales Leben zu führen. Es gibt aber auch Personen, die eine schwere autistische Behinderung haben, dadurch sehr stark eingeschränkt und auf Hilfe angewiesen sind.

Mit dem Welt-Autismus-Tag, den wir heute am 1. April feiern, versuchen wir, die Menschen für die verschiedenen Probleme und die Bedürfnisse von Personen mit Autismus zu sensibilisieren, aber auch Betroffenen und ihren Angehörigen neue Wege und passende Produkte zu zeigen, sowie anzuregen. Beispielsweise wird auf der Place d’Armes ab 11.00 der Roboter ‚QTrobot‘ des Unternehmens ‚LuxAi‘ präsentiert. Über Spiele und Geschichten vermittelt dieser etwa soziales Verhalten. Er eignet sich somit auch für Menschen mit Autismus. Es werden aber auch weitere Neuerungen gezeigt, etwa Virtual Reality-Anwendungen, Workshops und einiges an Animation.

Ein allgemein wichtiger Teil der Veranstaltung zum Welt-Autismus-Tag ist ‚Self Advocacy‘. Hierbei versteht man die gegenseitige Hilfe von Personen mit Autismus, die sich beispielsweise übers Netz austauschen und Tipps geben. Im Ausland ist das bereits stark verbreitet und wir wollen nun als Katalysator fungieren, damit sich auch die Autisten in Luxemburg vernetzen.

In dem Zusammenhang findet im Auditorium im Cercle Cité um 14.00 eine Konferenz statt, in der Monique Post, die selber Autismus hat, unter dem Titel ‚Thriving with autism; my story‘ von ihrem Umgang mit der Behinderung erzählt und auch Ratschläge an Betroffene geben kann.

Wenn Sie Ihre Solidarität zeigen wollen, tragen Sie heute und auch morgen am offiziellen Welt-Autismus-Tag blau, denn blau ist die Farbe des Autismus. Daher werden heute um 16.00 auf der Place d’Armes 500 blaue Luftballons, die biologisch abbaubar sind, fliegen gelassen und auch mehr als 40 öffentliche Gebäude werden in den kommenden Nächten blau beleuchtet.“