LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Interview mit „We are the City“-Schlagzeuger Andrew Huculiak

Als Band tourt man durch kleine Clubs oder große Hallen, spielt LPs und EPs ein. Plötzlich werden die etablierte Tageszeitungen in den Vereinigten Staaten auf dich aufmerksam und Konzertveranstalter klopfen an, ob man nicht Lust habe, auf größere Festivalgigs oder sogar für Topbands als Vorgruppe aufzutreten.

Nach und nach entwickelte sich so eine kleine Schülerband zu einer der vielversprechendsten Nachwuchskombos Kanadas. „We are the City“, die am Mittwochabend in der Musikkneipe „De Gudde Wëllen“ zum ersten Mal in ihrer Karriere in Luxemburg auftreten, haben nie gezielt darauf hingearbeitet, als professionelle Musiker ihr Leben zu verdienen.

Dies hat sich im Laufe der Jahre so ergeben. Manchmal hätten sie gemeinsam ein paar Entscheidungen getroffen, die ihren Werdegang beeinflusst hätten, betont „We are the City“-Schlagzeuger Andrew Huculiak, bewusst habe man aber zu keinem Zeitpunkt den Entschluss gefasst, eine professionelle Band zu werden. Huculiak und seine Mitstreiter haben schon als Gymnasiasten zusammen gespielt; viele Künstler hätten sie kollektiv geprägt, erklärt der Drummer. Es gebe einige Bands wie etwa POD, die sie sehr viel als junge Musiker gehört hätten, betont der Kanadier.

Er für seinen Teil liebe es, richtig laute Musik zu hören, fügt er hinzu. Ende des Monats erscheint mit „Violent“ ihr zweites Studioalbum, aus dem es heute Abend schon Kostproben geben wird.

Album und Film

Die Songs, die sie für „Violent“ eingespielt hätten, seien der Ausdruck der gesamten Band, betont der Musiker, der sich über die Gastfreundschaft freut, die ihnen bisher auf ihrer Europatournee entgegengebracht wurde. „Alles wurde zu einem Ganzen zusammen gefügt, die Titel drücken genau das aus, was wir sagen wollen.“

Die neuen Songs unterscheiden demnach vom Material, das sie für ihre Debütplatte aufgenommen hatten. Damals stammte viel Material aus der Feder von Frontsänger Cayne McKenzie, einige Songs hat der Musiker als Teenager komponiert. „Violent“ geht ein intensiver Schreibprozess voraus, der sich über ein ganzes Jahr hinzog. Die Band aus Vancouver hat sich viel mit der Frage auseinander gesetzt, welche Art von Platte sie machen sollten. „Heute wissen wir, dass ‚Violent‘ so klingt, wie ‚We are the City‘ klingen soll“, erklärt Huculiak.

„Violent“ ist nicht nur der Name des neuen Albums, sondern auch der eines gleichnamigen Spielfilms, der von der Band gedreht wurde. Das Visuelle habe für die Band immer eine wichtige Rolle gespielt, erinnert sich der Drummer. Als High School-Band drehten sie für jeden ihrer Titel einen Videoclip und fügten sie zu einem Film zusammen.

Als sie das Albumprojekt starteten, sei die Idee aufgekommen, wie sie die Verrücktheit dieses High-School-Filmprojektes noch übertreffen könnten, erinnert sich der Schlagzeuger zurück. Da die kanadische Filmproduktionsfirma, die für „We are the City“ alle Videos produziert hat, seit langem schon einen abendfüllenden Spielfilm produzieren wollte, entschieden sich die Musiker, zu Filmemachern zu werden. Zurzeit läuft der Streifen auf einigen Festivals


„We are the City“ treten Mittwochabend im „De Gudde Wëllen“ auf.

17, rue du St.Esprit, L-1475 Luxemburg - www.deguddewellen.lu