LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Jacques Molitors „Mammejong“ auf DVD erschienen

Nach einem abgebrochenen Medizinstudium begann Jacques Molitor am „Institut des Arts et Diffusion“ von Louvain-la-Neuve Film zu studieren. Nach den Kurzfilmen „Gemini“, „En Compagnie de la poussière“ und „Bonobo“ drehte er 2013 den abendfüllenden Dokumentarfilm „Sweetheart Come“. Die Dreharbeiten zu seinem ersten Spielfilm „Mammejong“ begannen 2014, der fertige Film, den Bernard Michaux (Lucil Film) produzierte, feierte in diesem Januar beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken Premiere. Jetzt ist der Film auf DVD erschienen, die neben dem Film mit deutschen, französischen oder englischen Untertiteln, den Trailer, nicht berücksichtigte Szenen, auch eine kleine Fotogalerie bietet.

Dominante Mutter

Der 17-jährige Philippe Weyland, genannt Flëpp (Max Thommes), lebt zusammen mit seiner Mutter Sophie (Myriam Muller) in einem kleinen Dorf in Luxemburg, wo sie einen kleinen Lebensmittelladen betreiben. Seit dem Tod des Mannes ist Flëpp Sophies ein und alles - er schläft sogar bei ihr im Bett - und sie nennt ihn zärtlich „Hues“. Da sie Flëpp auf Schritt und Tritt verfolgt, nutzt dieser die Nacht für Streifzüge durch die Nachbarschaft. So beobachtet er das bosnische Mädchen Leena (Maja Juric), die in einem Rohbau schläft und von der Hand in den Mund lebt. Als sie in den Mülltonnen eines Supermarkts herumstöbert und des Diebstahls bezüchtigt wird, hilft er ihr und beide freunden sich an. Flëpp verliebt sich in sie, die ihn aus den Fängen der Mutter befreien könnte. Doch dann hat Sophie einen fatalen Unfall, an dem er Schuld ist.

Ungleiche Beziehungen

Bei der Beziehung zwischen Sohn und Mutter fällt sofort das Wort „Inzest“ ein, da einige Szenen darauf schließen könnten: Sophie küsst ihren Sohn lange auf den Mund, er schläft bei der Mutter im Bett oder tanzt mit ihr in einer Kneipe.

Bei den herausgeschnittenen Szenen stößt man auf eine sehr peinliche Szene, in der Sophie ihrem Sohn die Utensilien - Creme, Handtuch - für die Selbstbefriedigung zu einem Pornofilm parat legt! Gut, dass diese Szene nicht in den Film eingebaut wurde. Warum sich Flëpp alles von der Mutter gefallen lässt, bleibt unbeantwortet. Er ist kein Kind mehr und hat sicher genug Moral, seine Mutter nicht sexuell zu begehren. Daher fehlt dieser Mutter-Sohn-Relation insgesamt die Glaubhaftigkeit. Auch die Nebengeschichten von Josiane (Christiane Rausch), die mit Sophies Mann eine Affäre hatte, und des arroganten Immobilienmaklers Steve (Jules Werner), der den Laden kaufen will, tragen nicht dazu bei, dass die Geschichte aufgeklärt wird. Schade ist, dass kein „Making of“ realisiert wurde und keine Interviews auf der DVD zu finden sind.


Die DVD ist in den Cactus-, Delhaize, Cora- und Auchan-Supermärkten erhältlich sowie in den K Kyosks - www.samsa.lu