Kremart Edition ist ein noch sehr junger Verlag. Knapp einjährig wurde er im Sommer 2013 von Christiane Kremer, Viviane Leytem und Luc Marteling gegründet. Warum gerade Kinderbücher von Anfang an eine Rolle spielten, erklärt Christiane Kremer im Interview.
Welche Bedeutung hat Kinderliteratur für Kremart?
Christiane Kremer Eigentlich waren Kinderbücher der Hauptgrund, warum wir den Verlag gegründet haben. Das Ganze ans Rollen gebracht hat, in gewisser Weise, das von mir geschriebene Kinderbuch „Mammendag“. Ich habe lange überlegt, wo ich es verlegen lassen oder wem ich es anbieten soll. Irgendwie ist dann die Idee entstanden, selbst einen Verlag ins Leben zu rufen, jedoch nicht ausschließlich um Kinderliteratur zu vermarkten. Wir hatten noch viele andere Ideen.
Gab es denn eine Lücke in der Verlagsmannschaft, was Kinderbücher anbelangt?
Kremer Das würde ich so nicht sagen, da das Thema in „Mammendag“ aber etwas heikler ist – es geht um ein Kind mit zwei Vätern – waren wir uns nicht sicher, ob wir einen Verlag finden würden. Ich weiß, dass es allgemein ohnehin nicht leicht ist, ein Kinderbuch herauszugeben. Kinderbücher garantieren ja nun auch nicht die ganz großen Einnahmen für die Läden. Was „Mammendag“ anbelangt, so war ich doch etwas skeptisch wegen des Themas und dann positiv überrascht, dass es so gut ankam. Viel Feedback kam auch vom Lehrpersonal aus dem Zyklus 1.
Haben Sie sich ein Ziel gesetzt, wie viel Kinderbücher Kremart jedes Jahr herausgeben soll?
Kremer Das hängt sicherlich etwas von den Gelegenheiten ab, die sich uns bieten. Ganz klar gemerkt haben wir aber, dass eine immense Nachfrage besteht, besonders auch im Bereich der Bücher in luxemburgischer Sprache für sehr kleine Kinder. Das wurde uns auch von Bücherhändlern bestätigt. Bislang haben wir zwar noch kein eigenes gemacht, jedoch Übersetzungen von „Elmar“. Diese Reihe werden wir fortsetzen. Wir bekommen sehr viel Feedback, auch von Kindern selbst. In diesem Jahr kommen noch zwei Geschichten von Elmar heraus, nächstes Jahr wahrscheinlich auch. Aber an und für sich haben wir uns kein bestimmtes Ziel gesetzt, wie viele Kinderbücher es sein sollen, denken aber sicherlich in diese Richtung weiter.
Werden eigentlich viele Kinderbuch-Manuskripte bei ihnen eingereicht?
Kremer Ein paar waren es tatsächlich schon. Bislang zurückbehalten haben wir aber noch keins, weil es doch nicht richtig in unser Konzept passt, demnach nicht unseren Ideen entspricht. In nächster Zeit werden wir vor allem unsere eigenen Manuskripte realisieren.
Was muss demnach eine Geschichte haben, um für Kremart interessant zu sein?
Kremer Es muss natürlich eine Geschichte sein, die bei Kindern gut ankommt, die ihr Interesse wecken könnte. Und sie muss bunt sein. Die ganz kleinen Kinder müssen durch die Illustrationen angesprochen werden und die Geschichte dann auch über die Bilder verstehen können. Für uns ist dann auch wichtig, dass die Geschichte auf Luxemburgisch ist. Bei den größeren Kindern, die schon lesen können, geht es uns auch darum, eine Botschaft über die Bücher zu transportieren. Das ist uns sehr wichtig. Wir lassen die Protagonisten dann schon mal in einer Situation spielen, die nicht unbedingt ideal oder üblich ist, nicht die heile Welt widerspiegelt, wo es dann auf andere Werte ankommt. Wir verpacken solche Situationen dann so, dass sie für Kinder zu verstehen sind, teils spiegeln sie ohnehin ihre eigene Realität wider. Es ist aber nun nicht so, als würden wir nur solche Geschichten machen wollen.
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