LEUDELINGEN
NICO PLEIMLING

Jägerföderation nicht einverstanden mit Abschussplan

Die „Fédération Saint-Hubert des Chassseurs du Grand-Duché de Luxembourg“ (FSHCL) wehrt sich gegen Entscheidungen von Leuten, die ihrer Meinung nach keine Ahnung von der Jagd haben.

Dies betreffe vor allem den minimalen Abschussplan, wie viel Wild erlegt werden soll, erklärte der Präsident der Föderation Georges Jacobs am gestrigen Sonntag im Rahmen des Nationalkongresses der Jäger und Jagdfreunde im Leudelinger „Kultur- a Veräinsbau An der Eech“: „Die Entscheidung kam nicht von uns und wir sind nicht damit einverstanden, einen bestimmten Prozentsatz des Wildbestands zu erlegen. In zwei Jahren reden wir noch einmal über den Abschussplan. Wenn Jäger und Pächter nicht in die Diskussion eingebunden werden, dann steigen wir auf die Barrikaden.“

Ausrottung durch hohe Abschussrate

Bei einer 40-prozentigen Steigerung der Abschussrate bei den Hirschen handele es sich um eine Ausrottung, betonte der Präsident der (FSHCL). Es sei weiter wichtig, die Bevölkerung über die Jagd im Allgemeinen zu informieren, denn man wolle später nicht als Schuldiger dastehen.

Die Bürger würden nämlich gleich mit dem Finger auf die Jäger zeigen und sagen: „Die haben alles abgeschossen.“

Mit einem ironischen Unterton fügte Georges Jacobs hinzu, man wolle dem allseits beliebten Umweltminister Marco Schank nichts antun dass später gesagt würde, er hätte den Dammhirsch ausrotten lassen. Weiter machte der Präsident der Jägerföderation eine Zwischenbilanz zu dem vor zwei Jahren in Kraft getretenen Jagdgesetzes.

Seither seien Wildschaden und -Bevölkerung angestiegen, wegen des Fütterungsverbots hätten die Tiere im Winter 2012 an Hunger gelitten: „Eine Ablenkungsfütterung ist zu verschiedenen Zeitpunkten eminent wichtig, vor allem um Schäden in der Landwirtschaft zu vermeiden. Es kann nicht sein, dass die Jäger den ganzen Schaden von Reh, Hirsch und Wildschwein bezahlen. Die Allgemeinheit soll sich auch beteiligen, außer es handelt sich um eine schlechte ‚Verwaltung‘ von Seiten eines Jägers. Andenfalls handelt es sich um eine indirekte Aberkennung unserer Daseinsberechtigung, schließlich arbeiten wir ja eigentlich umsonst in den Wäldern.“


Fütterungsverbot bleibt bestehen

Minister Schank unterstrich anschließend an diese klaren Worte seine Dialogbereitschaft.

Betreffend der Abschusspläne betonte er, dass in den ersten zwei Jahren seit Inkrafttreten des Jagdgesetzes noch niemand bestraft worden sei: „Wir sehen erst einmal, wie sich das Ganze entwickelt und es ist eine sachliche Diskussion gefordert. Durch das neue Gesetz gibt es auch mehr gesellschaftliche Akzeptanz für die Jagd.“

Betreffend des Fütterungsverbots meinte Marco Schank: „Wild heißt Wild, weil es ‚wild‘ ist und deshalb soll es nicht gefüttert werden. Ich stehe zu diesem Verbot und will auch, dass es eingehalten wird. Die Resultate sind soweit positiv.“ Im gleichen Atemzug sagte der Minister, es handele sich um einen Lernprozess und er sei nach einer Zwischenbilanz dazu bereit, über Fütterung und Kirrung zu reden. Auch über die Abschusspläne könne man diskutieren, es sei klar, dass der Hirsch in Luxemburger Wälder gehöre, aber es gelte auch, die Wälder zu schützen, so noch Marco Schank. Georges Jacobs vertagte die Diskussion mit versöhnlichen, positiven Worten: „Der Minister und ich haben die Handynummern getauscht und werden in Kontakt bleiben.“