LUXEMBURG
THOMAS STEIGER

Der Euro entwickelte sich jüngst zum Lieblingskind der Finanzmärkte. Nachlassende politische Risiken nach der Wahl Emmanuel Macrons zum französischen Staatspräsident und erfreuliche Konjunkturdaten entfachten eine neue Euro-Stärke. Gleichzeitig kam es aber auch zu einer Schwäche des US-Dollar: Donald Trumps Politik enttäuschte die Anleger.

Der Euro wandelte sich vom Saulus zum Paulus

Der klare Sieg von Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen beendete die Furcht vor einem Übergreifen populistischer Parteien innerhalb der EU. Auch Konjunkturfrühindikatoren signalisieren eine solide Wirtschaftsentwicklung im laufenden Jahr. Doch es war nicht nur eine Euro-Stärke, die das Währungspaar EUR/USD zu einem einjährigen Hoch führte, sondern auch eine explizite USD-Schwäche. Wichtige Stimmungsbarometer gaben in den vergangenen Monaten empfindlich nach. Die US-Unternehmen sind angesichts des starken US-Dollar und einer restriktiveren Kreditvergabe verunsichert. Gleichzeitig sah sich Donald Trump mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Der US-Präsident soll vertrauliche Geheimdienstinformationen an Russland weitergegeben haben. An den Finanzmärkten kam es deshalb bereits schon zur Angst, dass nun ein Amtsenthebungsverfahren drohen könnte und Trump mit seiner Wirtschaftsagenda scheitert. Die Flut an negativen Nachrichten hinterließ an den Devisenmärkten deutliche Bremsspuren. Von der vielzitierten USD-Stärke konnte zuletzt jedenfalls keine Rede mehr sein. 

Nicht den Abgesang auf den US-Dollar anstimmen

Aus unserer Sicht ist es aber zu früh, den Abgesang auf den USD anzustimmen. Es stimmt zwar, dass die US-Wirtschaft zuletzt nicht unbedingt die Muskeln spielen ließ. Doch der aktuelle Zustand der größten Volkswirtschaft der Welt lässt sich aus unserer Sicht am besten mit „temporärer Schwäche“ beschreiben. Es sollte nicht vergessen werden, dass die USA die Finanzmarktkrise der Jahre 2008 und 2009 im Gegensatz zu vielen anderen Volkswirtschaften am besten abgeschüttelt hat. Es herrscht mittlerweile Vollbeschäftigung, die Löhne legen wieder moderat zu und der Immobilienmarkt hat sich ebenfalls wieder erholt. Dies alles spricht dafür, dass der private Konsum in den kommenden Quartalen Fahrt aufnimmt. Die US-Notenbank (Fed) ist vor diesem Hintergrund auf dem Weg einer Normalisierung. Fed-Chefin Janet Yellen drehte seit dem Jahr 2015 nun bereits drei Mal an der Zinsschraube. Weitere Zinserhöhungen sind in Aussicht gestellt. Darüber hinaus legten die Währungshüter in Washington einen Plan vor, wie die Bilanzsumme der Notenbank reduziert werden soll. Konkret geht es also darum, die ultra-expansive Geldpolitik der Vorjahre wieder rückgängig zu machen. Möglicherweise könnte damit bereits zum Jahresende 2017 begonnen werden. Die Aussicht darauf wird aus unserer Sicht den US-Dollar in den kommenden Monaten wiederbeleben. Ob der Euro derweil nachhaltig den Status „Everybody´s Darling“ aufrechterhalten kann, bleibt hingegen fraglich.

VP Bank Gruppe

Maßgeschneiderte Vermögensverwaltung

Die VP Bank AG wurde 1956 gegründet und gehört mit 804 Mitarbeitenden per Ende 2016 (teilzeitbereinigt 738) zu den größten Banken Liechtensteins. Die VP Bank (Luxembourg) SA wurde 1988 gegründet und ist eine 100-prozentige Tochter der VP Bank Gruppe. Mit 95 Mitarbeitern per Ende 2016 ist sie die einzige Bank im Großherzogtum Luxemburg mit liechtensteinischem Mutterhaus und untersteht als Aktiengesellschaft luxemburgischen Rechts der behördlichen Aufsicht durch die „Commission de Surveillance du Secteur Financier“ (CSSF), ist Mitglied der Bankenvereinigung (ABBL) sowie des Einlagensicherungsfonds (FGDL). Zu ihren Kernkompetenzen gehören Vermögensverwaltung und Anlageberatung für private Anleger sowie institutionelle Depotbank- und Brokerdienstleistungen für Intermediäre. VP Fund Solutions (Luxembourg) SA (31 Mitarbeiter) ist als Tochtergesellschaft auf professionelle, ganzheitliche Fondslösungen spezialisiert.
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