LUXEMBURG
MADY LUTGEN

Die junge freiwillige Feuerwehrfrau Corinne Steinbach im exklusiven Interview

Seit fast 15 Jahren ist Corinne Steinbach bei der freiwilligen Feuerwehr in Steinsel mit dabei. Die 28-Jährige sieht sehr zierlich und sportlich aus, aber ein solch gefährliches Hobby würde man ihr nicht auf den ersten Blick zutrauen. Im „Journal“-Interview erzählt Steinbach mehr über ihre Abenteuer mit dem Feuer.

Wie bist Du zur Feuerwehr gekommen?

Corinne Steinbach Da meine Freunde alle in der Feuerwehr waren, wollte ich wissen was sie machen, wenn der „Alarmpiepser“ geht. Also meldete ich mit 13 Jahren in die Jugendfeuerwehr. Mit 16 Jahren gehört man dann zur der normalen Feuerwehr.

Hast du eine Ausbildung gemacht?

Steinbach Ja, jeder der in die Feuerwehr kommt, muss eine Ausbildung machen. Den „bat1“ und noch weitere Formationen, zum Beispiel für den Fall, dass man mit den schweren Sauerstoffflaschen ins Feuer muss.

Was hast du in der Jugendfeuerwehr gelernt?

Steinbach Vor allem, wie richtige Knoten gemacht werden - das ist sehr wichtig bei Einsätzen - und wie ein Feuerlöscher benutzt wird.

Warst du schon einmal in einer gefährlichen Situation?

Steinbach Ja, einmal stand ein Haus in Flammen. Ich ging in das Haus und plötzlich explodierte eine Gasflasche. Da bin ich dem Tod nur haarscharf entkommen. Ein anderes Mal bin ich fast in ein Loch gefallen.

Hast du nie Angst?

Steinbach Doch, die Angst gehört dazu. Ohne Angst wären wir nicht so konzentriert. Die Angst hält einen davon ab, leichtsinnig zu sein.

Warum bist du freiwillige Feuerwehrfrau?

Steinbach Ich helfe gerne anderen Menschen und ich liebe den Kick, nicht zu wissen, was passieren wird. Aber auch der Zusammenhalt in unserem Team ist enorm, so etwas findet man sonst nirgendwo.

Gibt es viele Frauen in der Feuerwehr?

Steinbach Nein, wir sind zu zwei. Die Feuerwehr ist noch immer eine Männerdomäne. Das ist auch irgendwie normal, da die Einsätze wirklich an die körperliche Substanz gehen. Aber es ist auch wichtig, dass Frauen dabei sind, denn sie sorgen für die nötige Ruhe und bewahren einen klaren Kopf. Wir bekommen auch oft einen besseren Draht zu Opfern, wenn wir bei Unfällen mit ihnen reden.

Siehst Du auch manchmal Tote?

Steinbach Ja, bei Verkehrsunfällen ziemlich oft sogar. Ich bin aber am Ort, um Menschen zu helfen und kümmere mich nicht um die Toten.

Wie gehst Du damit um?

Steinbach Bei schweren Unfällen sind immer Seelsorger vor Ort. Ich spreche dann mit denen. Das hilft mir, alles zu verarbeiten, andere reden nicht darüber. Aber mir hilft das enorm, denn die Bilder vergisst man nicht so einfach.