HOLLERICH Anlässlich des Autofestivals hatte Mercedes-Benz Luxemburg gestern den ehemaligen Formel Eins-Fahrer David Coulthard in seine Showrooms eingeladen. Der 41-jährige Schotte, der 2001 hinter Michael Schumacher Vizemeister wurde, tritt heute unter anderem als Botschafter der Stuttgarter Automarke auf. Für das „Journal“ beantwortete er Fragen zum definitiven Ende seiner Karriere im Motorsport und zu seinen Zukunftsplänen.        
Herr Coulthard, Sie sind in der Formel Eins (1994-2008) sowie in der DTM-Meisterschaft (2010-2012) gefahren. Welche Rennserie hat Sie am meisten beeindruckt?
David Coulthard Zweifellos die Formel Eins, da es sich hier um den Höhepunkt der im Motorsport erhältlichen Technik handelt. Man könnte es auch so beschreiben:
Die Formel Eins ist ein Kampfjet, die DTM ein leichtmotoriges Kleinflugzeug. Das Fahrgefühl in den Autos der Formel Eins und der DTM ist verschieden, während die Höchstgeschwindigkeit bei den Tourenwagen bei 260 km/h liegt, schaffen es Formel Eins-Boliden auf bis zu 350 km/h. Dazu kommt noch, dass DTM-Wagen im Gewicht schwerer sind. Es fühlte sich für mich immer natürlicher an, in einem Ein-Sitzer-Rennwagen zu fahren.            
Was werden Sie jetzt tun?
Coulthard Mein Leben genießen und mich um meine Geschäftsverbindungen kümmern. Ich arbeite als Formel Eins-Kommentator für die BBC und als Berater für das Red Bull Team. Daneben habe ich noch Werbekontrakte mit Mercedes-Benz, Hugo Boss oder dem Uhrenfabrikanten TW Steel. Ich will aber auch fortan öfter zu Hause in Monaco bleiben, um mich mehr um meinen vierjährigen Sohn zu kümmern.
In Ihrer Rolle als Rennkommentator können Sie sich aber nicht endgültig von der Formel Eins verabschieden, oder?
Coulthard Nein, ich bin bei jedem Rennen dabei, was mir sehr gefällt. Erstens, weil ich das Kommentieren genieße und zweitens, weil ich an Rennwochenenden gleichzeitig Termine mit den vorhin genannten Marken vereinbaren kann. Früher ging ich zu den Rennen, um zu gewinnen, heute um geschäftlichen Verpflichtungen nachzukommen. SIMON LAROSCHE