LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Marco Serafini dreht seinen ersten Kinofilm „The Toy Gun“ in Luxemburg

Marco Serafini wurde 1956 in Luxemburg geboren und wuchs in Esch/Alzette auf. Er schrieb Filmkritiken für luxemburgische Tageszeitungen und studierte von 1975 bis 1979 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Da es damals in Luxemburg sehr schwierig war, Filme zu drehen - es gab noch keinen Film Fund -, blieb Serafini in Deutschland, wo er rund 150 Fernsehfilme und Episoden von TV-Serien realisierte, unter anderem „Schwarz Rot Gold“, „Jolly Joker“, „Polizeiruf 110“ und „Kommissar Rex“. Er drehte auch eine Reihe Industriefilme und Werbespots. Er ist mit der Drehbuchautorin Susanne Hertel verheiratet.

Da Serafini auch in Italien arbeitete, kam ihm der Roman „Una spiegazione logica“ von Eugenio Tornaghi in die Hände. Er sicherte sich die Autorenrechte für eine Verfilmung und begann das Drehbuch für „The Toy Gun“ zu schreiben. Er konnte 2012 den in Luxemburg arbeiteten Produzenten Jesus Gonzalez (Calach Films) für sein Projekt gewinnen, sowie den Film Fund und die belgische Firma Gardner and Domm. Am Freitag wurde der Film der luxemburgischen Presse im Hotel Meliá präsentiert, wo am Abend auch gedreht wurde.

Aus den Sechzigern in die Neuzeit

Der Roman von Tornaghi spielt in den 1960er Jahren in Italien während eines heißen Sommers. Serafini lässt seine Geschichte in der Neuzeit spielen, im Winter und in einer Stadt, deren Name nicht genannt wird und somit jede Metropole in Europa sein könnte. Der Held ist Ruggero, der eine Bank überfällt, um seiner Ex-Frau seinen Mut und seine Männlichkeit zu beweisen. Doch mit den unglaublichen Konsequenzen hat er nicht gerechnet.

Serafini betonte während der Pressekonferenz, dass der Film eine Mischung aus Krimi und Komödie ist. Produzent Gonzalez will den Film zuerst in Amerika und Kanada auf verschiedenen Festivals im Herbst zeigen. Der Film wird erst Anfang 2017 in Luxemburg zu sehen sein.

Die Dreharbeiten begannen im Januar in Antwerpen, und seit Anfang Februar ist das Filmteam im Großherzogtum, wo bis Ende des Monats in Esch, Hesperingen, Dommeldingen und Luxemburg-Stadt gedreht wird.

Vielversprechende Besetzung

Der englische Schauspieler Luke Allen-Gale („Captain America: The First Avenger“) wird Ruggero spielen. Er ist zum ersten Mal in Luxemburg und von der Vielfältigkeit des Landes begeistert.

Ein weiterer Brite, John Hannah, spielt die Rolle des Elio Sironi. Hannah ist auch zum ersten Mal in Luxemburg und wie Kollege Allen-Gale von der Mischung aus Moderne und Vergangenheit in der Skyline der Stadt fasziniert. Hannah wurde durch den dreiteiligen Kinofilm „The Mummy“ bekannt.

Federico Castelluccio wurde zwar in Neapel geboren, wuchs aber in Amerika auf und ist zudem ein talentierter Zeichner. Seine bedeutendste Rolle, Furio Giunta, spielte er in der Serie „The Sopranos“.

Hana Sofia Lopes dagegen kennt
das Großherzogtum bestens, da sie hier geboren wurde. Bekannt wurde sie durch die RTL-Serien „Weemseesdet“ und „Comeback“.

Als Kamerachef konnte Blasco Giurato gewonnen werden, der 1941 in Rom geboren wurde und seit den 1970ern hinter der Kamera steht. Seine bedeutendsten Filme sind „Il camorrista“, „Nuovo Cinema Paradiso“, „Stanno tutti bene“ und „Una pura formalità“, alles Filme von Giuseppe Tornatore. Somit darf man auf diesen Film gespannt sein.