LUXEMBURG
DAMLA KAYAKIRAN

18 Jahre nach dem Release des ersten Teils zieht Capcom mit dem Remaster von „Onimusha: Warlords“ die Fans wieder in eine Welt voller dunkler Mächte und blutrünstiger Dämonen

Japan im Jahr 1560. Die historische Schlacht von Okehazama scheint zu Gunsten des Oda Clans zu enden, als plötzlich einer der mächtigsten Feldherren Japans, Nobunaga Oda, durch einen Pfeilschuss in seinen Hals ermordet wird. Ein Jahr nach dem Vorfall erhält Samanosuke einen besorgniserregenden Brief von Prinzessin Yuki - doch bevor er ihr zur Hilfe eilen kann, wird sie von zwei Dämonen entführt. Der einzige Hinweis, welcher dem Protagonisten bleibt, ist der Blick auf den totgeglaubten Nobunaga Oda, welcher auf einem Schlachtpferd sitzend die Dämonenarmee zu führen scheint.

Als „Onimusha: Warlords“ im Jahr 2001 sein Debüt feierte, fiel das Spiel vor allem durch die Parallelen zu der „Resident Evil“-Reihe auf. Die gleiche düstere Atmosphäre, die gleiche Steuerung, die gleiche Kameraeinstellung und vor allem die gleiche, obligatorische Zombie-Thematik. Diese Ähnlichkeiten sind jedoch nicht willkürlicher Natur - tatsächlich sollte Onimusha ursprünglich ein Ableger der „Resident Evil“-Reihe werden, bevor es zu einem selbstständigen Titel wurde.

Doch auch ohne eine offizielle Verbindung zu „Resident Evil“ sicherte sich „Onimusha: Warlords“ seinen Platz in den Herzen der Spieler. Der Kultstatus ging sogar so weit, dass wir uns nun 18 Jahre später erneut in Samanosukes erstes Abenteuer stürzen dürfen. Fans der Reihe können sich nun der Nostalgie hingeben und alte Erinnerungen wiederbeleben, während Neueinsteiger die Gelegenheit erhalten, zum ersten Mal in die Welt von Onimusha einzutauchen - und das sogar in der verbesserten Remaster-Version. Aber inwiefern unterscheidet sich diese Version denn vom originalen Spiel?

Dem Original treu geblieben

Beim Spielen wird sofort klar, dass Capcom mit „Onimusha: Warlords“ dem Original sehr treu geblieben ist und es dennoch geschafft hat, das Spiel gleichzeitig in richtigen Maßen an die heutigen Verhältnisse anzupassen. So wird dem Spieler am Anfang die Möglichkeit geboten, die damalige Steuerung beizubehalten oder zu der moderneren Variante zu wechseln. Auch der Schwierigkeitsgrad ist weiterhin eine Herausforderung. Die Kämpfe erfordern nach wie vor Reaktionsschnelligkeit, Geschicklichkeit und Kombinationsgabe. So ist ein Fortschritt im Spiel schier unmöglich, wenn nicht auf den abwechslungsreichen Einsatz von den richtigen Waffen geachtet oder das richtige Blocken und Parieren nicht beherrscht wird. Nicht zuletzt, weil das Spiel keine automatischen Speicherpunkte besitzt, sondern auf die guten alten Speicherräume setzt.

Dennoch kristallisieren sich nach längerem Spielen einige Probleme heraus: So ist das Spiel grafisch beinahe unberührt und wirkt wie ein direkter, schwer anzusehender Port. Nach jeder Niederlage wird man beinahe dazu verdammt, sich kontinuierlich die mäßig gerenderten und nicht überspringbaren Zwischensequenzen anzusehen.

Alles in allem überzeugt „Onimusha: Warlords“ mit einem überwiegend positiven Gesamtbild und bietet allen Interessierten die perfekte Gelegenheit, einen Klassiker der Videospielgeschichte neu zu erleben. Gleichzeitig könnte die Remastered-Edition der Serie selbst auch als ein Katapult dienen, welcher Capcom den Weg zu einem komplett neuen Onimusha ebnen könnte.

Erhältlich für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch.