LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Mike McQuaide und seine Familie haben sich im Februar in Luxemburg niedergelassen

Dass es Amerikaner ab und zu für ein paar Jahre ins kleine Großherzogtum verschlägt, ist nicht neu. Mike McQuaide, der seit nunmehr zehn Monaten in der Hauptstadt lebt, betreibt aber eine Facebook-Seite mit dem Titel „An American in Luxembourg“, die den Verantwortlichen des „Office National du Tourisme“ (ONT) das Herz wohl höher schlagen lässt. Schließlich macht der mit seiner Familie zugewanderte Journalist und Outdoor-Fanatiker mit dieser Seite Werbung für unser Ländchen und seine Sehenswürdigkeiten.

Ein Urlaub in Paris als Auslöser

Die Idee, sich für eine Weile in Europa niederzulassen, kam vor drei Jahren, als die Familie ihren Urlaub in Paris verbrachte: „Es gefiel uns dort sehr gut und wir dachten uns: ‚Hey, wieso sollten wir nicht für ein paar Jahre in Europa leben.‘ Meine Frau bewarb sich im vergangenen Jahr für einen Job bei einer Versicherungsfirma in Kirchberg, die der Firma in den Staaten angegliedert ist, für die sie arbeitete. Auf Anhieb klappte es mit der Bewerbung und seit Februar leben wir nun im Großherzogtum.“

Zwei sehr verschiedene Länder

Mike McQuaide gefällt es hier sehr gut, alles ist noch neu und es gibt vielerlei zu entdecken. Auf seiner Facebook-Seite beschäftigt er sich unterdessen häufig mit den Unterschieden zwischen den riesigen USA und dem kleinen Luxemburg, wobei er den soziokulturellen Reichtum des Großherzogtums immer im Fokus hat: „Ich bin vor allem neidisch über die Sprachenkenntnisse der Einwohner. Ich habe selber als Jugendlicher in der Highschool etwas Deutsch gelernt und versuche, diese Kenntnisse nun etwas aufzufrischen. Außerdem besuche ich hier einen Französisch-Kurs und werde nach und nach sprachbesessen.“

In den Vereinigten Staaten hatte seine Familie zwei Autos und ein Haus, hierzulande leben sie in einem Apartment und Mike McQuaide benutzt - ist er einmal nicht auf dem Rad unterwegs - den öffentlichen Transport: „Europa ist komplett anders als die USA. Mal davon abgesehen, dass es nicht sehr einfach ist, eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen, fühlt sich hier alles viel realer an. Vor allem das Essen scheint hier viel gesünder zu sein. Mit den Sprachen muss ich mich allerdings noch weiter anfreunden.“

Frank und Andy

Da er selber ein begeisterter Straßenradfahrer und Mountainbiker ist, kannte Mike McQuaide Sportler wie Frank und Andy Schleck schon, bevor er nach Luxemburg gekommen ist. Seine beiden Katzen heißen dafür auch nicht zufällig „Frank und Andy“. Über die Webseite www.biker.lu hat der Amerikaner indes ganz schnell Kontakt aufgenommen mit anderen begeisterten Radfahrern: „Nach einer Woche in Luxemburg war ich schon mit einer Gruppe von Mountainbikern unterwegs und nach einem Monat hatte ich mehrere Freundschaften geschlossen. Dies hat natürlich das Sich-Einleben hier in Luxemburg vereinfacht.“

Schlechte Erfahrungen hat der Amerikaner eigentlich noch nicht gemacht, seit er in Luxemburg lebt: „Naja, in Paris wurde ich im Sommer während der Tour de France von einem Gendarm angefaucht, weil ich Fotos gemacht und keinen Presseausweis hatte. Es gab aber keine größeren Probleme und eigentlich war es eine witzige Episode. Ich hatte im Vorfeld die netten Leute vom ONT kennengelernt und durfte während der Schlussetappe von Versailles nach Paris in ihrem Wagen mit der Werbekarawane mitfahren.“

Es stört Mike McQuaide nicht weiter, dass er derzeit kein Auto in Luxemburg besitzt und daher glaubt, er könne den Weg von A nach B bestimmt nicht finden. Die Waldwege und die angelegten Fahrradwege kennt er hingegen schon praktisch in- und auswendig. In den kommenden Monaten will Mike McQuaide Luxemburg, die Großregion sowie Europa weiter erkunden, anschließend wird er eventuell einen Outdoor-Ratgeber über das Großherzogtum veröffentlichen. Wie lange er im Ländchen bleiben wird, ist indes komplett offen: „Es hängt unter anderem davon ab, wie unser Sohn sich hier einlebt. Bis Januar 2015 haben wir eine Aufenthaltsgenehmigung und dann sehen wir weiter...“www.facebook.com/anamericaninluxembourg