TRIERGERHARD KLUTH

Trierer Friedrich Spee Chor feiert sein 50-jähriges Bestehen mit großer Musik

In Kooperation mit dem Mosel Musikfestival lud der Trierer Friedrich Spee Chor zu einem festlichen Konzert, das am Ende mit stehenden Ovationen bedacht wurde. Die Zugabe aber, der Choral „Nun danket alle Gott“, zeigte einen wesentlichen Charakterzug der Veranstaltung auf. Demut und Dankbarkeit.

Auf vielen Bühnen daheim

„50 Jahre ist ja eigentlich gar nichts für einen Chor.“ Das sagte Klaus Jensen, Oberbürgermeister der Stadt Trier, in seinem Grußwort, als der Spee Chor mit einem großen Festkonzert eben diesen Anlass feierte. 1964 war der Chor von Professor Karl Berg begründet worden und ist seitdem aus dem kulturellen Leben der Stadt und der Region nicht mehr wegzudenken. Alljährlich tritt er mit den verschiedensten Konzerten in Erscheinung und ist auch international auf vielen Bühnen daheim. Wenngleich sich auch so manches weltliche Werk im Repertoire dieses Klangkörpers findet, so ist die sakrale Prägung, die alleine schon der Patron vorgibt, immer ein Kennzeichen der Konzerte gewesen.

Überragende Fähigkeiten

Zum Jubiläumskonzert hatte Chorleiter Sebastian Glas dann auch zwei Werke ausgesucht, die sich bestens für einen solchen Anlass eigneten. Zunächst erklang in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin das Te Deum, Opus 103, von Antonin Dvorák, danach die Sinfonie-Kantate „Lobgesang“, Opus 52, von Felix Mendelssohn Bartholdy. Beides äußerst klangstarke, sinfonisch geprägte Kompositionen mit tiefem religiösen Hintergrund. Das viersätzige Te Deum entstand zur 400-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas, mit dem Lobgesang wurden 400 Jahre Buchdruckerkunst gefeiert. Beides also Jubelmusik im besten Sinne, die aber nicht die Dankbarkeit und die Demut außen vor lässt. Dem Chor zur Seite stand das Philharmonische Orchester der Stadt Trier, das wieder einmal aufzeigte, welch überragende Fähigkeiten es besitzt. Samtige Streicher, die aber auch fulminant auftreten konnten, strahlendes Blech und immer wieder lyrische Holzbläser prägten ein Gesamtbild, das an Geschlossenheit keine Wünsche mehr offen ließ. Auf dieser Basis agierte der Spee Chor, der sich offensichtlich exzellent auf dieses Konzert vorbereitet hatte. Kraftvoll in vielen Passagen, aber, wenn man von ein paar kleinen Spitzen im Sopran absieht, immer homogen, immer kultiviert. Beide Kompositionen werden von so manchem Chor gerne dazu genutzt, der Stimmgewalt freien Lauf zu lassen. Glas, der durch ein sehr klares und fast schon nüchternes Dirigat Chor und Orchester durch die Musik führte, hatte auch diesen Aspekt fest im Griff. So kamen die großen Chöre mit einer vornehmen Erhabenheit daher, die dazu angetan war, die Zuhörer tief zu berühren. Auch bei den Solopartien hatte Glas eine gute Hand bewiesen. Das Te Deum war bei Ursula Thies (Sopran) und dem Bassisten Vinzenz Haab sehr gut aufgehoben und Mendelssohn hätte sich an den Interpretationen durch Thies, Marina Herrmann als zweiter Sopran und dem Luxemburger Tenor Marc Dostert seine helle Freude gehabt. Die Damen strahlten in den Höhen und man mochte dem Komponisten fast einen Vorwurf machen, dass er die Partie des zweiten Sopran nicht weiter ausgebaut hat. Dostert gestaltete seinen Part mit genau der richtigen Menge Dramatik, bei der die Natürlichkeit nicht verloren ging. Haab gestaltete sein „Tu Rex gloriae“ im Te Deum überaus würdevoll und ehrfürchtig. Insgesamt bleibt für das Konzert nur ein Resümee: Besser hätte der Spee Chor sein goldenes Jubiläum nicht feiern können.