KEVIN RAACH

Das aktuelle Hundegesetz benennt Rassen wie Staffordshire Bullterrier, Mastif, American Staffordshire Terrier oder auch Tosa sowie Hunde, die von der Morphologie her den gelisteten Rassehunden ähneln und in keinem vom Agrarministerium anerkannten Zuchtbuch eingeschrieben sind, als sogenannte „Listenhunde“, als gefährlich, als „Kampfhunde“. Jeder dieser Hunde kann sich jedoch quasi „exkulpieren“, indem das „Herrchen“ (in zwölf Stunden) und der Hund (mit etwa 24 Stunden) Ausbildungs- und Dressurkurse belegen - und so per Diplom nachweisen, dass sie auf die Öffentlichkeit losgelassen, - teilweise dann ohne Leine - werden können. Dieses Diplom kann nach drei Jahren erneuert und überprüft werden. Doch ist es wirklich so, dass das Gesetz Hunderassen per se als Kampfhunde abstempelt? „Ich möchte erreichen, dass das Gesetz gegen Kampfhunde aufgehoben wird“, sagt Kevin Raach und hat dafür eine Petition eingereicht. Es gäbe keinen Unterschied zwischen den Hunderassen, betont er. Jeder Hund habe die Chance auf ein normales Leben verdient - ohne die ominöse „Hundeliste“.

„Ich bin gegen diese ‚Rassenliste‘. Für mich sollte es die gar nicht geben. Denn die sogenannten ‚Kampfhunde‘, wie man das aktuell gerne zum Ausdruck bringt, gibt es nicht - auch diese Hunde sind als süße Welpen zur Welt gekommen und kriegen ein Zuhause. Manchmal ein sehr gutes Zuhause, aber eben ab und an auch ein schlechtes Zuhause.

Aber dass diese Hunde generell so abgestempelt werden, finde ich nicht gut. Der Reiche zeigt mit dem Finger auf den Armen - und so ist es mit den sogenannten Kampfhunden leider auch.
Die meisten Leute sprechen von dem ‚Kampfhund‘, doch ich bin mir sicher, das sind Leute, die noch nie einen (Kampf-)Hund hatten.

Natürlich haben diese Hunde manchmal einen sturen Charakter, aber wer von uns Menschen hat den nicht auch ab und an mal? Wir Menschen, wir können reden, uns klar ausdrücken, wenn uns etwas nicht passt, die armen Hunde werden sofort wieder abgestempelt.

Ein Hund ist das treuste Lebewesen auf diesem Planeten - von einem Dackel bis hin zum Pitbull. Oder ist es vielleicht nur, weil der Name so schlimm ist?

Wie gesagt: Diesen Führerschein braucht niemand. Wenn der Staat ihn haben möchte, sollte er es so regeln, dass der Erwerb, die Prüfung auch kostenlos sind. Es gibt so viele Tierasyle, die voll mit sogenannten Kampfhunden sind, weil die Menschen es sich nicht leisten können, diesen Führerschein zu machen, nur weil es sich angeblich hier um ‚aggressive‘ Hunde handeln würde. Das geht einfach nicht.“

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