MONIQUE GOLDSCHMIT

„Gegenüber dem Auto bietet das Fahrrad viele positive Aspekte. Zum einen ist es förderlich für die Gesundheit: Radfahren hält fit und ist stressfrei, da man nicht im Stau steht. Darüber hinaus bietet das Rad eine große Flexibilität im Stadtverkehr und schont auch die Umwelt, wodurch etwa auch Smog vermieden wird und die Lebensqualität in Städten steigt.

Der aktuelle Trend zeigt, dass immer mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass einige neue und vor allem sichere Infrastrukturen geschaffen wurden, wie etwa der Lift, der Pfaffenthal mit der Oberstadt verbindet. Durch die größer werdende Zahl an Radfahrern werden diese allgemein auch immer stärker wahr- und auf sie Rücksicht genommen. Und seit dem Regierungswechsel haben wir als LVI außerdem feststellen können, dass von politischer Seite aus endlich auf die Bedürfnisse von Fahrradfahrern eingegangen wird. Allerdings liegt noch ein langer Weg vor uns. Es fehlt an einer Gesamtvision einer anderen Stadt- und Gemeindeplanung, die Radfahrer und Fußgänger als gleichberechtigte Teilnehmer sieht. Oft ist das Fahrradnetz noch lückenhaft, wodurch es immer wieder zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr kommt. Wichtig sind unter anderem von Fußgängern abgegrenzte Fahrradwege sowie Kreuzungen, die für alle Verkehrsteilnehmer übersichtlich sind.

Viele Projekte befinden sich aktuell in Planung, stagnieren jedoch. Das liegt oft an den langwierigen Prozeduren und Besitzverhältnissen. Wichtige Projekte sind etwa die Verbindungen innerhalb der Nordstad, die Anbindung von Esch/Belval mit der Stadt Esch/Alzette sowie der Randgemeinden an die Stadt Luxemburg. Freuen würden wir uns auch über einen ersten Radschnellweg, der etwa die Stadt Esch/Alzette mit Luxemburg Stadt verbindet.

Dass das Interesse auch von Seiten der Gemeinden für Fahrradverbindungen vorhanden ist, zeigte ein kürzlich von uns organisiertes Seminar, an dem über 90 Gemeindevertreter teilnahmen. Das Interesse war sogar so groß, dass nicht alle Interessenten teilnehmen konnten, weshalb wir für den 28. Februar ein weiteres Seminar zum Thema ‚Fahrradfreundliche Gemeinden‘ organisieren. Wie alternative Visionen in Luxemburg-Stadt aussehen können, zeigen wir auf unserer Internetseite (www.lvi.lu/) mit verschiedenen Fotomontagen die anregen sollen, ein neues Bild unserer Städte und Gemeinden zu realisieren.“