Nur zu

Nur zu gerne würden wir in diesen Tagen Mäuschen spielen, wenn sich die Verhandlungspartner von DP, LSAP und „déi gréng“ mal wieder im Außenministerium treffen, um dort weiter am Koalitionsprogramm zu basteln. Schenkt man „Formateur“ Xavier Bettel Glauben, dann soll nach diesem Wochenende, an dem die zukünftigen Gambia-Koalitionäre erstmals durcharbeiten wollen, drei Viertel des Koalitionsprogramms stehen. Die restlichen 25 Prozent sollen dann bis kommenden Freitag unter Dach und Fach gebracht werden, derweil der zukünftige Regierungschef Bettel noch am Spätnachmittag des gleichen Tages vor die Presse treten will, um dieser einen ersten Einblick in ausgewählte Punkte des Koalitionsabkommens zu geben und bei dieser Gelegenheit auch die Besetzung der zukünftigen Regierung und sonstigen Spitzenposten verraten dürfte.

Bis es so weit ist, wird natürlich weiter munter drauf los spekuliert, wer denn nun ab übernächster Woche tatsächlich zu Ministerehren kommen wird und wer nicht. Unseren Informationen zufolge soll es aber bei 15 Regierungsposten bleiben, also bei der Aufteilung 6+6+3, will heißen jeweils sechs Ministerposten für die Liberalen und die Sozialisten und drei Posten für die Grünen. Möglich wären aber auch zweimal fünf bzw. zwei Ministerposten und jeweils ein Staatssekretär. Sicher ist bislang nur, dass Xavier Bettel (DP) der nächste Premier sein wird, dass Etienne Schneider (LSAP) Vizepremier wird und Wirtschaftsminister (jedoch mit zusätzlichen Ressorts, so dass er eine Art Superministerium bekommen wird) bleibt, und dass Jean Asselborn (LSAP) auch in den nächsten Jahren als Chefdiplomat um die Welt fliegen darf.

Für die DP käme Claude Meisch als Finanzminister in Frage, es sei denn, ein Experte von außen (im Gespräch sind immer noch EY-Boss Alain Kinsch und Raymond Schadeck von der Initiative „5 vir 12“) würde diesen Posten übernehmen, aber dieser könnte auch Staatssekretär mit der Zuständigkeit für den Finanzplatz werden. Als mögliche DP-Minister im Gespräch sind des Weiteren Maggy Nagel (Innenministerium), Generalsekretär Fernand Etgen (öffentliche Funktion) sowie die frisch gewählte Abgeordnete Corinne Cahen. Hauptstadtbürgermeisterin dürfte mit ziemlicher Sicherheit Lydie Polfer werden, neuer Fraktionschef eventuell Eugène Berger.

Die LSAP dürfte indes Lydia Mutsch als Gesundheitsministerin ins Rennen schicken und könnte mit Francine Closener auf ein neues (politisches) Gesicht setzen. Romain Schneider und Nicolas Schmit werden der Regierung wohl weiter angehören, wobei Schmit aber im nächsten Jahr EU-Kommissar werden könnte. Den LSAP-Fraktionsvorsitz übernimmt aller Voraussicht nach Alex Bodry, den Kammervorsitz Mars Di Bartolomeo. Der nicht wieder gewählte Lucien Lux könnte derweil Berater des neuen Vizepremiers werden, wie es heißt.

Bei den Grünen wird François Bausch als neuer Umwelt- und Transportminister gehandelt, Félix Braz als neuer Justizminister und die gänzlich unbekannte Carole Dieschbourg für das Chancengleichheitsministerium. Fraktionschefin würde dann Viviane Loschetter werden, und erste Schöffin in der Hauptstadt die weibliche Parteipräsidentin Sam Tanson. Nur noch siebenmal schlafen, dann ist das Geheimnis gelüftet.