LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Naturverwaltung und „Naturmusée“ entwarnen in Sachen Fledermaustollwut

Ein kleines, nachtaktives Säugetier hat am Mittwoch für Schlagzeilen gesorgt: Die Fledermaus, die nahezu weltweit verbreitet ist und - mit Ausnahme der Antarktis - auf allen Kontinenten der Erde vorkommt. Von den rund 40 in Europa verbreiteten Arten leben auch knapp 30 in Mitteleuropa.

Nun hat am Montag eine mit Tollwut infizierte Fledermaus im Süden des Großherzogtums einen Mann gebissen. Daraufhin ließ die Naturverwaltung das Tier, welches einen gebrochenen Flügel hatte und somit eingeschläfert werden musste, für eine Untersuchung ins „Nancy Laboratory for Rabies and Wildlife“ bringen. Das Tier wurde positiv auf Fledermaustollwut (European Bat Lyssa Virus Typ 1, EBLV-1) getestet.

Übertragung auf Haustiere nicht nachgewiesen

In Absprache mit dem Gesundheit - und Landwirtschaftsministerium merken die Naturverwaltung und das Nationalmuseum für Naturgeschichte an, dass die Fledermaustollwut nicht mit der Wildtollwut, die auch Fuchstollwut genannt wird, in Verbindung steht.

Weiter wird betont, dass von den 21 in Luxemburg nachgewiesenen Fledermausarten nur wenige in Menschennähe leben und dass bislang kein Fall von einer Übertragung der Fledermaustollwut auf Haustiere wie Katzen und Hunde nachgewiesen wurde.

Laut Naturverwaltung und „Naturmusée“ reagieren Fledermäuse, im Gegensatz zu tollwütigen Füchsen oder Hunden, nicht aggressiv und beide Instanzen stufen das Risiko für die Bevölkerung, an Fledermaustollwut durch Biss oder Kratzen zu erkranken, als vernachlässigbar gering ein. Ein höheres Risiko bestehe für Personen, die beruflich oder in ihrer Freizeit mit Fledermäusen umgehen und ihnen wird eine prophylaktische Impfung empfohlen.

In der Pressemitteilung heißt es weiter, dass nicht jedes geschwächt aufgefundene Tier an Tollwut erkrankt sein muss, dass beim Umgang mit aufgefundenen Fledermäusen immer Handschuhe zu tragen sind und dass alle Fledermäuse nach europäischem und luxemburgischem Recht streng geschützt sind. Das Töten von Fledermäusen oder das Vertreiben ihrer Kolonien ist demnach in allen Fällen verboten.

Schutzmaßnahmen nicht zunichte machen

Fledermäuse gehören also zu den geschützten Tierarten und spielen eine wichtige Rolle in der Regulierung von Insekten und somit potentiellen Schädlingen. Demnach ist sehr sensibel mit dem Thema EBLV bei Fledermäusen umzugehen, um die Schutzmaßnahmen für diese ökologisch wichtigen Tiere nicht zunichte zu machen. Luxemburg ist übrigens über seine Landesgrenzen bekannt für seine vorbildlichen Fledermausschutzprogramme und beherbergt Fledermauspopulationen von europäischer Bedeutung.

Im Zweifelsfall gilt es, die Naturverwaltung oder das Nationalmuseum anzurufen. Mehr Informationen zu Fledermäusen, die in Menschennähe leben, gibt es in der Broschüre „Hausbewohnende Fledermäuse in Luxemburg“, die man im Nationalmuseum für Naturgeschichte oder bei der Naturverwaltung gratis bestellen kann.
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