CLAUDE KARGER

Ja, ist denn schon wieder Wahlkampf? Für das „Wort“ ist klar: Wir sind schon mittendrin und 2018 wird „kein Wahlkampf wie je zuvor“, denn diesmal sei Blau-Rot-Grün der status quo und die CSV wolle den Wechsel. Aber die ist zunächst mal „mit sich selbst beschäftigt“, hält sich lieber mit Koalitionsspekulationen und dem internen Spitzenkandidaten-Kampf im Gespräch - der „Wort“-Wochenrückblicker hält übrigens große Stücke auf Viviane R., die vielleicht sogar auf einen „Hillary-Effekt“ hoffen könne - statt mit politischen Alternativen, wie der Leitartikler im „Tageblatt“ bei seiner „Sondagen“-Analyse feststellt. Letztere seien übrigens eine Bestätigung für die Dreierkoalition und eine „Watsche“ für die CSV. Auch dessen Kollege aus der Erzbistumszeitung muss anerkennen, dass die größte Oppositionspartei „sich mit Freudensprüngen“ zurückhalten sollte. Sie sei aber nach wie vor stärkste Partei in Umfragen. Aber reicht das? Erstaunlich jedenfalls, dass der Schreiber von der Dreierkoalition ständig Zukunftsvision und Zukunftsprojekt verlangt, während von der CSV ein Zukunftstisch-Vorschlag langt. Lieber schwärmt er von einer „guten alten Tradition der großen Koalitionen“ mit der CSV. Gute alte Tradition? Für wen? „Die LSAP wäre fast an der Liebe erstickt, mit der die CSV sie umarmte“, erinnert der „T“-Leitartikler.