LUXEMBURG
JEFF KARIER

Mit „What Went Down“ präsentiert die englische Band Foals ihr neues Album

Längst sind die fünf Jungs aus Oxford mehr als ein Geheimtipp unter Liebhabern handgemachter Musik. Foals sind erwachsen geworden und mit dem Erwachsenwerden hat sich auch ihr Sound verändert, oder besser gesagt weiterentwickelt. War ihr Erstlingswerk noch eher verspielt und hat versucht die ausgetrampelten Wege des britischen Rocks zu verlassen, haben sich die folgenden zwei Alben immer weiter von diesem Sound entfernt, ohne jedoch, dass Foals ihre Seele verloren hätten - Im Gegenteil.

Foals haben ihren eigenen Sound gefunden und vollbringen aktuell das, was ihre musikalischen Brüder Block Party bereits geschafft haben, sie prägen eine ganze Generation an Musikliebhabern und Musikern. Aber erstmal alles auf Anfang.

Stetige Entwicklung

Am 24. März 2008 veröffentlichten Yannis Philippakis (Gesang, Gitarre), Jack Bevan (Schlagzeug), Jimmy Smith (Gitarre, Keyboard), Edwin Congreave (Keyboard, Saxophon) und Walter Gervers (Bass) ihr erstes Album „Antidotes“. Fans wie Kritiker waren von diesem Erstlingswerk angetan und wollten mehr von dieser neuen, aufregenden Band hören. Vor allem der Song „Olympic Airways“ der auf dem Album enthalten ist, gilt bei vielen Foals-Fans bis heute als eines der besten Lieder der Band.

Das zweite, heiß ersehntes Album „Total Life Forever“ folgte Ende 2011. Hierauf finden sich weitere ikonische Songs wie „Spanish Sahara“, „Miami“ und „Total Life Forever“. Im Vergleich zum Vorgängeralbum waren die Songs gradliniger und konzentrierter, dafür aber nicht weniger raffiniert.

Am 8. Februar 2013 erschien mit „Holy Fire“ ihr drittes Album und die Entwicklung der Band ging weiter. „Holy Fire“ war härter, rockiger und bot einen teilweise schmutzigeren Sound als die beiden vorherigen Alben. Nach dem Hören von „Holy Fire“ bleiben einem vor allem „Inhaler“, „Late Night“ und „My Number“ in bester Erinnerung.

Der vierte Streich

Das neue Werk und mittlerweile vierte Studioalbum der fünf Engländer ist „What Went Down“. Frontmann Philippakis versprach ein wildes, rohes und brachiales Album. Geliefert wurde jedoch etwas anderes. Denn auch wenn „What Went Down“ an manchen Stellen mächtig Gas gibt, ist es doch noch weit davon entfernt ein brachiales Monster von Album zu sein - Und das ist vielleicht gar nicht mal so schlecht. „What Went Down“ kann man eher als einen Mix aus den lauten Tönen von „Holy Fire“ und den leiseren Klängen von „Total Life Forever“ betrachten.

Bereits der erste Song des Albums, der ebenfalls „What Went Down“ heißt, zeigt wo die Reise hingeht. Selten rockte Foals dermaßen wie in diesem Stück. Hier zeigen sich auch gleich einige der Stärken der Band: Das brillante Songwriting und der Aufbau, denn das Finale des Songs ist ein wahres Feuerwerk. Dass Foals aber immer noch ruhige Stücke schreiben können, zeigt „Give it All“. „Snake Oil“ und „Mountain At My Gates“ sind weitere Highlights des Albums, das jedoch ihren musikalischen Höhepunkt in dem letzten Lied des Albums „A Knife In The Ocean“ findet.

Würdige Weiterführung

Künstler wir Foals, deren musikalisches Können unumstritten ist, hängt oft ein leidiger Fluch an. Der Fluch der hohen Erwartungen. Foals haben die Fans über die Jahre mit toller Musik verwöhnt und somit auch die Erwartungen der Fans in die Höhe getrieben. Dass bei manch einem Fan diese Erwartungen nun mit „What Went Down“ nicht erfüllt wurden ist nicht ungewöhnlich, wenn auch schwer nachzuvollziehen, bewegt sich „What Went Down“ doch auf einem ähnlich hohen Niveau wie die anderen Platten. Nur sind Foals nicht stehen geblieben, haben ihren Sound weiter entwickelt und sind nach mehr als acht Jahren auf der Bühne auch erwachsener geworden. Dass das nicht jedem Fan schmeckt mag sein, das ändert jedoch nichts an der Qualität, die die Band wiedermal abgeliefert hat und die ist wie von Foals gewohnt erste Klasse.


Foals treten heute Abend im „Atelier“ auf, das Konzert ist jedoch bereits ausverkauft. Alle weiteren Informationen zur Band, der Tour und den Alben finden Sie unter www.foals.co.uk