Die deutsche Presse blickt gespannt aufs EU-Parkett, wo sich ein Hauen und Stechen zwischen Sozialisten und Konservativen um den nächsten Kommissions-Boss anbahnt. Europaparlament-Chef Martin Schulz, brachte sich gestern als Spitzenkandidat der EU-Sozialdemokraten für die Europawahlen in Position. Neu ist, dass die Staats- und Regierungschefs, die sonst immer den EU-Spitzenlenker unter sich ausknobelten, das Ergebnis der Wahl berücksichtigen müssen. „Das Kalkül: Wer europaweit von Plakatwänden lächelt und dann bei den Wählern das Rennen macht, den können die Mächtigen nicht übergehen“, bringt es „Die Presse“ auf den Punkt. Das passe der Deutschkanzlerin und CDU-Chefin aber so gar nicht in den Kram. Und so soll sie sich Gegenkandidaten für Schulz suchen. Und siehe da, auch unser „Premier sortant“ wird wieder hoch gehandelt. „Jean-Claude Juncker, ein enger Vertrauter von Merkel und Finanzminister Schäuble, sucht nach seinem Aus in Luxemburg einen Job in Brüssel“, schreibt „Die Presse“, „der luxemburgische Ministerpräsident Juncker ist beliebt, gilt aber als gestrig“ die „Rheinische Post“. Die trauen der demonstrativen Unlust des Neo-Oppositionspolitikers auf EU-Posten wohl nicht? Nun, morgen diniert JCJ mit Angie. Vielleicht weckt das den Appetit wieder.