LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Bauern erhalten Soforthilfen in Höhe von 14 Millionen Euro

Sie hatten eine Unterredung mit Premier Bettel gefordert, sie sollten sie gestern bekommen. Die Rede geht von den Bauernverbänden, die am Nachmittag im Staatsministerium von Xavier Bettel und Landwirtschaftsminister Fernand Etgen empfangen wurden, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wie der einheimischen Landwirtschaft geholfen werden kann.

Diese steht regelrecht vor einer existenziellen Krise, nachdem der Milchpreis drastisch gefallen ist, die Dürre im Sommer für drastische Ausfälle gesorgt hat und auch das russische Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel große Einbußen zur Folge hat.

Mittelfristig folgen weitere Unterstützungsmaßnahmen

Von Agrarminister Etgen zeigten sich die Bauernverbände zuletzt enttäuscht, weil dieser in den vergangenen Wochen zwar mehrmals ein Maßnahmenpaket versprochen hatte, jedoch keine konkreten Zahlen nennen konnte. Diese sollten sie gestern nun endlich erhalten.

So sollen die Landwirte noch in diesem Jahr eine zusätzliche Finanzspritze in Höhe von 14 Millionen Euro enthalten, darunter 3,7 Millionen Euro staatliche Beihilfen bei den Sozialbeiträgen und 9,5 Millionen Euro für den Ausfall der Dürreschäden. Dazu gesellen sich auch noch die 670.000 Euro, die die luxemburgischen Bauern an Soforthilfe aus dem 500 Millionen umfassenden EU-Hilfetopf bekommen. Mittelfristig, das heißt im Rahmen der geplanten Steuerreform, ist zudem die Einführung eines „carry back, carry forward“-Steuerregimes geplant, bei dem die guten Jahre die schlechten ergänzen sollen. Auch will das Landwirtschaftsministerium eine Kampagne starten, um die Vermarktung regionaler Produkte zu stärken; für die öffentlichen Einrichtungen und staatlichen Institutionen soll ein diesbezügliches Lastenheft ausgearbeitet werden. So sollen auch die Schulen dazu angehalten werden, auf regionale und gesunde Produkte zurückzugreifen.

In einer ersten Reaktion zeigte sich gestern Abend uns gegenüber der Präsident der Baueren-Allianz, Camille Schroeder, über das Resultat der Gespräche mit Bettel und Etgen zufrieden. „Wir begrüßen die Bemühungen der Regierung. Im Umweltbereich bleibt noch einiges zu klären, aber das werden wir Anfang des kommenden Jahres noch einmal mit der Regierung diskutieren“.