Das „Wort“ hat sich das Büro des Finanzministers angesehen. Dort sieht es wahrlich „nicht nach dolce vita aus“, sondern akkurat symmetrisch aufgeräumt - „nur das symbolische, etwas schräg stehende Sparschwein fällt da etwas aus der Reihe“. Im Hause Gramegna wird Disziplin groß geschrieben. Muss ja auch, denn Finanzpolitik bei sich rapide leerenden Kassen ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Das unterstreicht auch der Vizepremier im „Wort“. In mehreren Bereichen seien wesentliche Einschnitte „unvermeidbar“, wolle man die Staatsfinanzen wieder auf Kurs bringen. Wobei der Genosse, der ein paar Jahre mit der CSV zusammen regierte, von versäumten finanz- und haushaltspolitischen Weichen spricht und von einer fehlenden frühzeitigen „Antizipation“ der steuerlichen Ausfälle aus dem E-Handel. Dabei gaben sich die CSV-Finanzkoryphäen doch stets so weitsichtig. Und die Genossen nickten Zustimmung. Wenn sie sich nicht gerade heroisch als Retter des Sozialstaats dem angeblichen Austeritätsapostel Luc Frieden in den Weg warfen... Tempi passati. Ein Balanceakt bleibt Konsolidierungspolitik aber stets. Schneider: „Wir machen es uns definitiv nicht leicht. Alle wissen, dass wir gesunde Staatsfinanzen brauchen. Genau so wichtig ist es allerdings, dass es im Land weiterhin gerecht und solidarisch zugeht“. Eine Quadratur des Kreises, die eine Regierung nicht alleine schafft.