BETTEMBURG
GAST. SPECK

Neue Eisenbahnstrecke Luxemburg-Bettemburg in Angriff genommen

Die nationale Eisenbahngesellschaft CFL hat mit den Vorarbeiten zum Bau einer neuen zweigleisigen Bahnstrecke von Luxemburg nach Bettemburg begonnen. Die Trasse soll in nächster Nähe der Autobahn A3 auf einer Länge von etwa sieben Kilometern verlegt werden und beide Bahnhöfe ohne Zwischenhalt miteinander verbinden.

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit wird man allem Anschein nach auf 140 km/h begrenzen. Also keine Hochgeschwindigkeitstrasse für die hier regelmäßig verkehrenden TGV-Züge, was in Anbetracht der kurzen Strecke sowieso keinen Zeitgewinn mit sich bringen würde.

Die neue Strecke zweigt hinter dem Gaspericher Kreuz (Howald) von der bestehenden Bahnlinie ab, um sich in Höhe der Einfahrt in den Bahnhof von Bettemburg dann wieder mit der bestehenden zu vereinen. Mit diesem Bauvorhaben erhoffen sich die Manager der CFL einen verbesserten Ablauf der grenzüberschreitenden Verbindungen, insbesondere des TGV, sowie eine größere Kapazität in Sachen Personen- und Güterverkehr.

Teil des Mobilitätskonzeptes „MODU“

Für den reibungslosen Ablauf des zukünftigen Zugverkehrs sind 15 Bauwerke, unter anderem eine Eisenbahnbrücke, eine Gleisüberführung, mehrere Straßenbrücken und Unterführungen für Wasserläufe und Fahrradwege vorgesehen. Das Vorhaben ist Teil des Mobilitätskonzepts „MODU“ des Ministeriums für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen.

Die CFL wurden von der Regierung zum Bauherrn der neuen Bahnlinie bestimmt und mit der Überwachung der Studien zum Vorprojekt beauftragt. In einer ersten Phase wurde am 27. Januar dieses Jahres mit der Abholzung einer Fläche von sechs Hektar Wald neben der „Aire de Berchem“ begonnen.

Während neue Brutplätze für Fledermäuse und Amphibien bereits ausgelagert wurden, sollen ab kommenden Herbst als Ausgleich der verlorenen Grünflächen auf mehreren Parzellen der Gemeinden Bettemburg, Hesperingen und Roeser fast neun Hektar Wald angepflanzt werden.

Mit den Rohbauarbeiten zur neuen Zugstrecke soll Ende 2015 begonnen werden. Über eine Zeitspanne von fünf Jahren soll dann daran gearbeitet werden, ehe sie frühestens 2020 in Betrieb gehen kann.

Ziel ist es, die Linie 60 zwischen Luxemburg und Bettemburg zu entlasten. Zurzeit zirkulieren hier Züge in und aus Richtung Esch, Düdelingen, Zoufftgen und teilweise treffen sogar einige aus Wasserbillig über die Abzweigung nahe Berchem ein.

Neubaustrecke für internationalen Verkehr

Bedingt durch diesen beträchtlichen Zugverkehr ist der Knotenpunkt Bettemburg des Öfteren überlastet. Während die neue Linie nach ihrer Fertigstellung ausschließlich dem internationalen Personen Eisenbahnverkehr TGV, TER, EC und den grenzüberschreitenden Güterzügen vorbehalten sein wird, soll die bestehende Linie 60 wie gehabt für nationale Zugfahrten jeglicher Art offen sein. Nach der Fertigstellung der neuen zweigleisigen Linie soll dann auch noch die Erneuerung des Bahnhofs Bettemburg mit dem Bau einer zweiten Unterführung für den Zugang zu den Bahnsteigen, die Neugestaltung der Bahnsteige und Gleise sowie der Umbau der Bahnsteigdächer in Angriff genommen werden. Alle Anlagen sollen den Bedürfnissen von Personen mit eingeschränkter Mobilität angepasst werden.