BETTEMBURGPATRICK VERSALL

Dritte Auflage der Bettemburger „Konscht am Park“-Ausstellung startet morgen

Ein Leitthema habe er keins vorgegeben, die Künstler sollen den Raum bespielen, fasst Koordinator Marc Pierrard die Idee hinter der dritten Ausgabe des „Konscht am Park“ in Bettenburg zusammen. Bei der Expo handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Bettemburg mit der asbl „L-Art-Rochette“. Den Besucher der Kollektivausstellung werden in Bettemburg auf keinen Fall Werke erwarten, die, an einem Haken befestigt, in einer Reihe hängen. Pierrard, der zur Kollektivausstellung, die morgen Abend offiziell eröffnet wird, ein Freiluftprojekt beisteuert, bahnt sich einen Weg durch das Erdgeschoss des Centre Louis Ganser, wo links und rechts noch Werkzeug und Material rumsteht. Er hat im Park vor dem Haus drei 1,25 Meter mal 1,25 Meter große Würfel aufgebaut, die mit Bildern bedruckt sind. Der Betrachter kann - ähnlich wie Rubiks-Würfel - auch Pierrards Kuben drehen - und somit seine eigenen Bilder zusammensetzen.

Überdimensionaler Uterus

Zwei Tage vor der Vernissage wird noch heftig gehämmert und gesägt, geschnitten und gemalt. Zwischenwände helfen, die gesamte Innenarchitektur des Gebäudes um zu krempeln. Während von Joëlle Daubenfelds Neon-Schriftzug noch jegliche Spur fehlt, füllt Anne Lindners überdimensionaler Uterus bereits einen ganzen Raum. Auf dem Fußboden verteilt liegen ab morgen Abend tote Föten, die von unten beleuchtet werden, aus den Lautsprechern dröhnt dann der pulsierende Rhythmus des Herzschlages. „Ich möchte all den Frauen eine Stimme geben, die ihr Kind verloren haben“, fasst Lindner ihre Arbeit zusammen, „und den Kindern, die gestorben sind“, ergänzt die Künstlerin. Die Installation, die in Bettemburg gezeigt wird, ist der mittlere Teil eines Tripdichs, den Lindner mittelfristig in einer Ausstellung zeigen möchte. Im ersten Teil wird die Entstehung des Kindes anhand einer Fotoserie dargestellt, der mittlere Teil besteht aus dem Uterus, im dritten und letzten Teil thematisiert sie den Prozess des Verlierens des ungeborenen Kindes. Sie habe sich im Vorfeld der Arbeit viel über das Thema angelesen, sich mit Frauen unterhalten, die während der Schwangerschaft ihren Nachwuchs verloren haben.

Zusammen würfeln

Im nächsten Raum hat Aïda Schweitzer ein schäbiges Boot aufgebaut, um den Besuchern die Schicksale der Boat-People ins Gedächtnis zu rufen; Schweitzer wird im Rahmen der Vernissage eine Performance aufführen. Neben Marc Pierrards Würfel-Installation steht die Camara-Obscura von Mike Zenari, die dem Betrachter ein verdrehtes Weltbild zeigt und ihm die Augen öffnen soll für manipulierte Wahrheiten, die in den Medien auftauchen. In direkter Nachbarschaft zur Camara Obscura empfängt Eric Mangens 15 Meter breites Gemälde die Ausstellungsbesucher.

„Konscht am Park“ im Centre Louis Ganser und im Parc Grande-Duchesse Charlotte in Bettemburg. Freitags, samstags und sonntags von 15.00 bis 19.00, dienstags von 18.00 bis 21.00. Die Finissage ist am 11. Mai - www.bettemburg.lu