LUXEMBURG ¦ PATRICK WELTER

Bürgermeister Bettel unterzeichnet Baugenehmigung

Gestern Morgen hat Hauptstadtbürgermeister Xavier Bettel durch die Unterzeichnung einer Baugenehmigung formal „grünes Licht“ für den Umbau des ehemaligen Justizpalastes, inmitten der Altstadt, zum neuen Sitz des Außenministeriums gegeben. Damit erhält das Haus nach einer Unterbrechung von rund 220 Jahren wieder eine Regierungsfunktion.
Die Historismus-Fassade lässt es kaum vermuten, aber der ehemalige Justizpalast ist ein historisches Kleinod mit einer Geschichte von fast 500 Jahren. Der bisherige Justizpalast geht im Kern auf ein 1545 errichtetes repräsentatives Stadthaus zurück, dass 1564 im Namen König Phillip II. von Spanien durch Gouverneur Mansfeld erworben wurde und von da an als Gouverneurspalast, als „Hôtel du gouvernement“, fungierte.
460 Jahre Luxemburger Geschichte
Im Jahr 1600 umfassend erweitert, diente es im Jahr 1685 sogar dem französischen König Ludwig XIV. drei Wochen als Unterkunft. Die Funktion als Regierungssitz behielt das Haus bis 1795 bei. Seit Beginn der Franzosenzeit residierte hier die Justiz, zunächst mit anderen Verwaltungen zusammen, ab 1930 ganz alleine. 1886 wurde den Gebäuden der Renaissance und des Frühbarock, die erhalten blieben, ein Baukörper im Stil des Historismus vorgeblendet, der den heutigen Bauzustand darstellt. Der Umzug des Außenministeriums aus dem „Hôtel St. Maximin“ in das freigewordene Gebäude mit immerhin 30.000 Kubikmetern Volumen ermöglicht es, die meisten Abteilungen des Ministeriums unter einem Dach zusammenzufassen. Die neue Funktion würdigt auch die der historischen Bedeutung des Baus.
Der Umbau, ohne eine offensichtliche Veränderung des Äußeren, muss einen Spagat zwischen notwendigen Einbauten und Bewahrung des historischen Kerns leisten, so stammen große Teile des Dachstuhls noch aus dem 16. Jahrhundert. Die Kosten sollen bei rund 33 Mio. Euro liegen.