Roberto Boettger ist der erste Gewinner des „Valentiny Foundation Award“

An seiner Schule in London stolperte Architekturstudent Roberto Boettger über ein Plakat der „Valentiny Foundation“, auf dem die Stiftung für die erste Ausgabe des „Valentiny Foundation Award“ warb. Boettger entschloss sich, an dem internationalen Award teilzunehmen, weil er es interessant fand, dass die Stiftung mit Sitz in Luxemburg eine Plattform für Debatten über Architektur biete in Zeiten, wo Informationen ungefiltert auf jeden Einzelnen niederregnen. Die zehnköpfige Jury zeichnete Boettgers Projekt vor Kurzem mit dem ersten Preis aus, der mit 3.000 Euro dotiert ist.

Boettger, der aus Brasilien stammt und dessen Eltern portugiesische und deutsche Wurzeln haben, war als kleiner Junge bereits ein Weltenbummler: „Wegen des Jobs meines Vaters zogen wir viel um“, erinnert sich der Brasilianer, Jahrgang 1988, der in seinem Leben schon in Süd- und Nordamerika sowie in Europa gelebt hat. In jeder Stadt, in der er als Kind und Jugendlicher mit seiner Familie hinzog, musste er nahezu bei Null anfangen: „Wir mussten lernen, wie man dort lebt“, betont der Student der Architectural Association London. Boettger schaute sich in jeder Stadt die Gebäude an, anhand derer er versuchte, die jeweilige Stadt zu verstehen. Er habe sich auch für die architektonischen Pläne von Häusern interessiert und an und für sich immer gerne gezeichnet, erzählt Boettger, während er in einem Café sitzt.

Beeinflussen

Boettger, der Architektur als eine Form der kulturellen und politischen Produktion betrachtet, ist der Auffassung, dass Städte und Gebäude die täglichen Rituale einer Gesellschaft und der Menschen beeinflussen. Er glaubt, dass Räume eine Auswirkung auf die Art und Weise haben, wie man sich selbst und die Welt wahrnimmt. Als Student wählte er die Architectural Association London in der britischen Hauptstadt, unter anderem, weil er die kritische Atmosphäre an dieser Schule schätzt. Er habe sich für das in Luxemburg eingereichte Projekt vom Programm seines Tutors und seinen Kommilitonen beeinflussen lassen, berichtet Boettger.

Die Teilnahme an internationalen Awards bezeichnet der Globetrotter, der seit einigen Jahren auf der Insel sesshaft geworden ist als wichtig. Wie in anderen kreativen Prozessen sei es auch in der Architektur wichtig, seine Ideen mitzuteilen, unterstreicht der Student.

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Zum Award

Architekt François Valentiny und seine „Valentiny Foundation“ haben im Sommer 2015 ein Award-Programm eingeführt mit dem Ziel, junge kreative Talente zu entdecken, zu fördern und zu entwickeln. Das Programm richtet sich an junge Talente aus den Bereichen Architektur, Kunst und Design. Mehr als 50 Projekte von Studenten aus 13 Ländern wurden der Jury vorgelegt. Roberto Boettger erhielt den ersten Preis. Der zweite Preis ging an Jakobus Schwartz von der Hochschule Trier, der dritte an Alexandra Völker von der HTWK Leipzig.

www.valentiny-foundation.com