LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Die ersten „Assises Régionales sur l’intégration locale des communes“ waren ein Erfolg

Dass man gemeinsam weit mehr erreichen kann als allein und noch dazu mit begrenzten Mitteln, dürfte einleuchten. Gemeinsam aktiv zu werden, setzt voraus, dass sich einzelne Akteure an einen Tisch setzen, zuhören und offen für neue Ideen sind. Daran scheitert es nicht selten, obwohl doch meist die gleichen Ziele verfolgt werden. Dass es sich lohnt und am Ende ein positives Resultat vorliegt, hat am Samstag eine Initiative gezeigt, die auf Anregung der Gemeinde Schüttringen mit der tatkräftigen Unterstützung der „Agence interculturelle“ der ASTI in die Wege geleitet wurde: Im Kulturzentrum in Münsbach wurden die ersten „Assises Régionales sur l’intégration locale des communes“ organisiert.

Mehr Mittel durch Zusammenlegung der Ressourcen

Mit dem Ziel, auf regionaler Ebene nach gemeinsamen Möglichkeiten zu suchen, um die Integration - sowohl luxemburgischer als auch ausländischer Einwohner - zu fördern, saßen die Vertreter der fünf Gemeinden Schüttringen, Niederanven, Contern, Sandweiler und Weiler-la-Tour einen ganzen Morgen zusammen. Ein reger Austausch und erste gemeinsame Initiativen waren das Ergebnis dieser Zusammenkunft, wie uns ASTI-Präsidentin Laura Zuccoli gestern in einem Telefongespräch bestätigte. „Das Gesetz sieht bekanntlich vor, dass es in jeder Gemeinde eine Integrationskommission geben muss. Der Ideenaustausch soll letztendlich auch eine Dynamisierung dieser Kommission bewirken. Um die Politik der Integration wirksam umzusetzen, ist es förderlich, Ressourcen zusammenzulegen und sich somit mehr Mittel zu geben“, erklärte Zuccoli. In diesem Kontext wurde sich darauf geeinigt, interkommunal ein leitendes Gremium zu schaffen und einen „chargé à l’intégration régional“ zu ernennen.

Ideen austauschen und voneinander lernen

„Regional gesehen sind sich viele Gemeinden ähnlich, sei es durch ihre Bevölkerung oder durch ihre Struktur. Es liegt auf der Hand, dass sie manches besser zusammen angehen können. Es gibt viele Projekte, die untereinander aber zu wenig bekannt sind. Es war interessant zu hören, was in den einzelnen Kommunen im Sinne des Zusammenlebens zwischen Luxemburgern und Ausländern bereits unternommen wird. Der Austausch war sehr interessant. Dadurch entstand auch eine höhere Aufmerksamkeit dafür, was noch besser gemacht werden kann beziehungsweise wo noch Nachholbedarf besteht“, berichtete die ASTI-Präsidentin. Drei der fünf Gemeinden waren übrigens durch ihren Bürgermeister vertreten, die anderen beiden durch ihre Schöffen. Die Präsidenten sowie einzelne Mitglieder der Integrationskommissionen waren ebenfalls zugegen. Während der Diskussionen ging es folglich zum einen um den Ist-Zustand, zum anderen um mögliche künftige Schritte, die dann aber gemeinsam unternommen werden sollen. „Nicht nur wenn es um die Organisation kultureller Veranstaltungen geht, sondern auch um Lösungen für die Schul- oder Sprachproblematik zu finden“, bemerkte Zuccoli. Im Resümee: Sämtliche Möglichkeiten, um eine bessere Bürgerbeteiligung zu favorisieren, wurden ins Auge gefasst. „Ich bin zuversichtlich, dass diese Punkte in sehr naher Zukunft auch konkretisiert werden“, so Zuccoli.

„Plan communal d’intégration“ als Inspirationsrahmen

Integrationsministerin Corinne Cahen hatte es sich an diesem Samstagmorgen nicht nehmen lassen, persönlich vorbeizuschauen und lobende Worte an die Organisatoren zu richten. In ihrer Rede unterstrich sie die Wichtigkeit des „Plan communal d’intégration“ (PCI), der vom OLAI und SYVICOL ausgearbeitet wurde. Dieser biete einen perfekten Rahmen, an dem man sich inspirieren könne. Der PCI wurde alsdann im Detail von den Verantwortlichen vorgestellt. Der Austausch soll und wird seine Früchte tragen, da ist sich die Präsidentin der ASTI sicher. „Die Tagung war ein absoluter Erfolg. Man hat gesehen, dass die politischen Entscheidungsträger wirklich interessiert sind und etwas tun wollen. Ich bin zuversichtlich, dass die Thematik rund um die Integration nun professioneller und mit mehr Möglichkeiten angepackt wird. Eine erste Initiative ist für den Monat März geplant. Die fünf Gemeinden werden gemeinsam eine Konferenz zum Thema Referendum beziehungsweise Ausländerwahlrecht organisieren. Dabei wird auch auf die gängigen Vorbehalte eingegangen, die durch stichhaltige Argumente wiederum in Frage gestellt werden sollen“, erklärte Zuccoli.

Die ersten „Assises Régionales sur l’intégration locale des communes“ werden natürlich nicht die letzten sein. Im Juni wird eine ähnliche Tagung unter der Beteiligung der Städte aus dem Norden stattfinden. Auch andere Gemeinden hätten bereits Interesse bekundet.