LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Schauspielerin Eva Mattes im „Journal“-Interview über ihre Hauptrolle in „Fieber“

Ziemlich früh stand fest, dass der Theater- und Filmschauspieler Martin Wuttke die männliche Hauptrolle im neuen Elfi Mikesch Film „Fieber“ übernehmen sollte, der zum Teil an der luxemburgischen Mosel gedreht wurde und am 12. März in den Kinos hierzulande anläuft. Sie sei zum Projekt hinzu gestoßen, als die Regisseurin bei ihr geklingelt habe, erzählt Eva Mattes lachend im „Journal“-Interview. Elfi Mikesch sei ihr spätestens seit den 1970ern ein Begriff gewesen, so Mattes, allerdings sei man sich nie vor dem „Fieber“-Dreh über den Weg gelaufen. „Schon als Elfi mir anrief, war mir klar ‚Du machst den Film‘“.

Vergangenheit entdecken

Zu diesem Zeitpunkt hatte die „Tatort“-Kommissarin noch keine einzige Zeile im Drehbuch gelesen; den Inhalt des Films hatte ihr Mikesch nur kurz zusammengefasst. „Ich wusste aber, dass es sich um eine Geschichte handeln würde, die variabel bleibt, die sich beim Dreh und beim Schnitt noch mal verändern würde.“ Das Drehbuch hat die Schauspielerin dann anschließend mehrmals gelesen, obwohl sie es eigenen Aussagen zufolge gar nicht hätte lesen müssen: „Die Gespräche zwischen mir und Elfi Mikesch hätten wahrscheinlich gereicht, für das, was ich machen musste. Eigentlich habe ich mich aus den Gesprächen mit Elfi ernährt und dem, was schon gedreht war, als ich mit den Dreharbeiten anfing. Da konnte ich immer ein bisschen reingucken“, erklärt Eva Mattes. Die Darstellerin hat anhand der bereits abgedrehten Szenen die Vergangenheit ihrer Filmfigur Franziska entdeckt, die im Nachkriegs- Österreich als Tochter eines ehemaligen Fremdenlegionärs aufwächst. Innerhalb der Familie liegt ein Mantel des Schweigens über den Gräueltaten, die der von Martin Wuttke verkörperte Familienvater während seiner Legionärszeit begangen hat.

Besuch in Dachau mit 14

Eva Mattes ihrerseits hat sich schon sehr früh mit den Verbrechen des Zweiten Weltkrieges auseinandergesetzt: „Ich hab mich in meinem bisherigen Leben viel mit Krieg beschäftigt, war auch lange Zeit in der Friedensbewegung aktiv. Mit 14 habe ich angefangen, mich mit der Nazizeit auseinander zu setzen, besuchte damals das Konzentrationslager in Dachau.“ Irgendwann drehte Mattes die ersten Filme, die das Thema behandelten, angefangen mit „O.K.“ über den Vietnamkrieg aus dem Jahre 1970. Eva Mattes musste keine großen Recherchen zum Thema Krieg anstellen, um sich auf die Rolle der erwachsenen Franziska vorzubereiten.

Die junge Franzi versucht im Film den Spagat zwischen der realen Familienwelt und ihrer Traumwelt zu finden, in der ihr imaginäre Wesen begegnen. „Kinder verarbeiten ganz viel in ihrer Fantasie. Nachdem Franzi die Geschichte von dem Skorpion gehört hat, sieht sie überall Skorpione“. Aber auch die erwachsene Franziska gehe durch verschiedene Etappen der Verarbeitung, so Mattes. „Als Kind verdrängt man vielleicht einiges, als Erwachsener r merkt man dann ‚Da ist eine Wunde, eine Narbe, da schau ich genauer hin‘. Bis man so weit kommt, dass man durch all das durchgeht und in den Frieden gelangt.“