CLAUDE KARGER

„Sumpf“, „Île Caïmans sans le soleil“, „Paradies der Unmoral“ - fehlt nur noch der Terminus „Schurkenstaat“ in den Negativ-Schlagzeilen, die dem Ländchen seit der „LuxLeaks“-Bombe nur so um die Ohren fetzen. „Ganz klar: Leere Kassen im Ausland mögen ein Grund für Neid sein mit Blick auf den vermeintlichen Wohlfahrts-Luxusstaat Luxemburg. Aber tun andere Länder nicht auch viel, um Unternehmen die Ansiedlung zu erleichtern oder vermögenden Privatpersonen das Leben steuerlich zu erleichtern?“, fragt der „Moien!“-Kommentator im „Trierischer Volksfreund“ (TV), „im globalen Steuerglashaus sitzen so viele Steinewerfer, dass es nur so klirrt...“ Tja, da müsste man die Debatte mal offen und ehrlich führen, um eine internationale Linie zu finden. Aber das dürfte „in etwa so schwierig sein wie einen wilden Bienenschwarm einzufangen, auf den man zuvor kräftig draufgeschlagen hat“. Nun, nach dem großen Coup sind die Stacheldinger schon ein wenig dabei sich einzukriegen. „S’il existait un concours Eurovision de l’hypocrisie fiscale, les Vingt-huit pourraient tous prétendre à la victoire“, schrieb kürzlich ein EU-Experte in „Libération“. Die Gefahr besteht allerdings, so der TV, dass LuxLeaks als Synonym für Steuervergehen hängen bleibt. Was freilich sehr schlecht für „Leaksemburg“, ähem, Luxemburg wäre.