CLAUDE KARGER

Der „Wort“-Chefschreiber stimmte am Samstag den „Schwanengesang“ für das Bankgeheimnis „as we know it“ an.

Und verübelt der jetzigen Regierung tatsächlich, dass sie dafür kämpft, ein Maximum an Zeit rauszuschlagen, damit Verhandlungen mit Drittstaaten geführt werden können, damit sie gleichen Ausgangsbedingungen für Anleger zustimmen.

Dass sie versucht, dem Finanzplatz etwas mehr Zeit für die Umstellung und für die Überzeugung der Kunden zu geben, ihre Vermögen trotz allem lieber bei Luxemburger Banken zu belassen ist, finden wir, durchaus legitim. Als ehemaliges Mitglied des BGL-Verwaltungsrats müsste der Leitartikler ja wissen, dass das nicht so leicht ist.

Trotzdem: „Nachdem Österreich Anfang der Woche seine Einwände aufgab, hätte Pierre Gramegna eigentlich gleichziehen und sich in das Unvermeidliche fügen können“, schreibt der Oberlehrer aus den Gaspericher Wiesen, „seinem Premier hätte er somit einen unangenehmen Auftritt vor der Weltpresse erspart. Aber anscheinend wollte er nicht alleine im Staub liegen“.

Als ob diese Regierung Zeit hätte, den Bettel hinzuschmeißen, bei dem Berg ungelöster Dossiers, die sie geerbt hat.