LUXEMBURG
NIC. DICKEN

Neuer „Luxembourg Business Compass“ weist verbesserte Stimmung der Unternehmen nach

Vor gut 200 interessierten Zuhörern aus Wirtschafts- und Finanzkreisen stellte gestern die Beratungsfirma KPMG in Zusammenarbeit mit dem „Luxemburger Wort“ die neueste Ausgabe ihres „Luxembourg Business Compass“ vor, eine Studie, die zweimal jährlich gewissermaßen als Stimmungsbarometer für die Unternehmen des Landes durchgeführt wird, um vornehmlich die aktuelle Lageeinschätzung und die mittelfristigen Erwartungen zu ermitteln.

Das Ergebnis der neuesten Umfrage, das gestern am späten Nachmittag in der Philharmonie auf Kirchberg vorgestellt wurde, lässt ganz klar eine Stimmungsverbesserung erkennen, die zwar von verschiedenen Beobachtern bereits angekündigt wurde, die jedoch erst jetzt mit konkreten Befunden aus Unternehmerkreisen belegt wurde.

Die beiden KPMG-Vertreter Patrick Wies und Gilles Poncin stellten die neuesten Erkenntnisse vor, die in der Zeitspanne vom 25. März bis zum 11. April 2014 bei mehr als 70 Unternehmen gesammelt wurden, und unterstrichen mehrfach, dass die Einschätzung und die Erwartungen der Wirtschaft seit April 2011 nicht mehr so gut gewesen seien, wie es jetzt wieder Fall ist. Die Erwartung steigender Umsätze und einer verbesserten Ertragslage zeugt vom neuen Optimismus derUnternehmer die, zwar noch etwas verhalten, auch neue Investitionen erwarten, die vor allem bei Mitarbeitern, in den ICT und im Marketing erfolgen dürften. Dazu gehören auch Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen, so die beiden Moderatoren.

Ein wesentliches Problem haben die luxemburgischen Unternehmen mit dem Mangel an ausreichend qualifizierten Mitarbeitern, die kaum noch in Luxemburg zu firden seien. Deshalb haben sich u.a. auch zwei Drittel der Unternehmer für die Lockerung der Beschäftigungsbeschränkungen von Fachkräften von außerhalb der EU ausgesprochen.

Demgegenüber äußern 90% der Unternehmer ihr Vertrauen in den Standort Luxemburg, der bei internationalen Investoren weiterhin mit Vorteilen bei Gehältern, sowie dem regulatorischen und steuerlichen Rahmenwerk punkten könne. Immerhin 51% der Befragten äußerten großes Vertrauen in die neue Regierung, 34% haben sogar mehr Vertrauen in diese Regierung als in deren Vorgängerin. Besonders geschätzt (77%) wird die offene Einstellung der Regierung, während sich die Befragten durchschnittlich positiv über die Gewichtung zwischen Reduzierung des Haushaltsdefizits und der wirtschaftlichen Förderung äußerten. Schließlich wird auch die Einführung des automatischen Informationsaustauschs positiver gesehen als vor Jahresfrist. Ihre Meinung zur aktuellen Situation in Luxemburg, zu Investitionen und Innovationen, sowie zum Image des Standorts legten schließlich Véronique de la Bachelière (Société Générale Bank & Trust), Christine Mariani (MCM Steel), Richard Forson (Cargolux) und Thierry Fromes (Microsoft/Skype) dar, unter der Moderation von „Wort“-Chefredakteur Jean-Lou Siweck. Dabei gab es Pluspunkte für die in Luxemburg gebotenen Möglichkeiten, Kritik wurde geäußert an gewissen Rahmenbedingungen, während allgemein ein zusätzlicher Bedarf an Imagepflege bemängelt wurde.