LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Sylvain Backes wird seine Rundfahrtam 12. September 2014 beginnen

Anfang des Jahres wurden bei Sylvain Backes relevante koronare Verkalkungen festgestellt. Seine linke Halsschlagader hat schon eine Verkalkung von 12 mm Länge. Dazu kommen Bluthochdruck und ein Puls von 100 Schlägen pro Minute im Ruhezustand.

Der 34-Jährige hat mehrere Jahre viel geraucht und vor sechs Monaten versucht aufzuhören: „Allerdings ist mein Vater rund einen Monat später gestorben und ich wurde rückfällig. Glücklicherweise ist es mir nach drei Wochen gelungen, mich zusammen zu reißen und das Rauchen erneut aufzugeben.“

Luxemburg auf dem Mountain Bike umrunden

Dies sei nicht einfach gewesen, denn sowohl seine pflegebedürftige Mutter als auch seine Frau sind Raucher.
Sylvain Backes hat sich aber nach der ernüchternden Diagnose seines Arztes und dessen Rat, täglich mindestens 30 Minuten Rad zu fahren, ein Ziel gesetzt und will jenes trotz einiger Rückschläge durchziehen: Am 12. September 2014 will er Luxemburg auf dem Mountain Bike umrunden.

„Ich wollte etwas machen, um symbolisch etwas zu bewegen. Nicht alleine für mich, sondern für einen guten Zweck und um die Luxemburger etwas wachzurütteln. Natürlich war es anfangs nicht so einfach. Ich war in einer derart desolaten körperlichen Verfassung, dass mir nach den ersten Versuchen auf dem Fahrrad die Beine und der Hintern tagelang wehtaten.“, erklärt Sylvain Backes, der heute in Beyren lebt.

Start und Ziel in Remich

Bei seinem Vorhaben gilt es im kommenden September innerhalb 70 Stunden 320 bis 350 Kilometer zu fahren. Gelingt ihm dieser Rekordversuch, dann könnte der 34-Jährige sich im Guinness-Buch der Rekorde verewigen: „Interessierte können die Umrundung des Landes dann live auf ‚Runtastic‘ mitverfolgen oder auch einige Kilometer mit mir fahren, um mir zwischendurch einen kleinen Motivationsschub zu geben.“ Der Start wird voraussichtlich am Kiosk in Remich erfolgen, wo Sylvain Backes rund drei Tage später auch wieder ankommen will: „Ich wollte ein paar Zwischenetappen innerhalb des Landes, beispielsweise in Bettemburg, Düdelingen oder Esch/Alzette einplanen. Da es aber wohl nicht möglich sein wird, mit einer Polizei-
eskorte zu fahren, wird diese Idee wohl nicht umsetzbar sein. Es ist schade, dass ich keine Unterstützung von der Polizei oder anderen Instanzen bekommen werde. Ich fahre die ganze Strecke also wohl unter meiner eigenen Verantwortung.“

Keine offizielle Unterstützung

Auch vom Ex-Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo habe er keine Antwort auf seine Anfrage auf Unterstützung bekommen. Er werde aber auf jeden Fall auch mit der neuen zuständigen Ministerin Lydia Mutsch Kontakt aufnehmen und einen neuen Versuch starten: „Ich will kein Geld, sondern logistische Unterstützung, sprich ein gutes Fahrrad, ein Trikot für meine Initiative und Fan-Artikel. Mit meinem Projekt unterstütze ich selber die Fondation Cancer, die Fondatioun Kriibskrank Kanner sowie BIL Reagis.“

Bei seiner „(Au)Tour de Luxembourg“ wird Sylvain
Backes von einem Auto begleitet, das auch mit den Farben und Logos der Sponsoren - zwei davon sind aus dem Ausland - ausgestattet sein wird: „Ich werde vorrangig auf Fahrradwegen und in kleinen Waldstücken unterwegs sein. Allerdings werde ich ab Reisdorf Richtung Norden auf der Straße fahren, da es im Ösling praktisch keine Fahrradwege gibt.“

Die detaillierte Route soll in den kommenden Wochen auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht werden. Trotz seines Leidens lässt Sylvain Becker den Kopf nicht hängen und schaut konsequent nach vorne. Obwohl er mitten in der Planung seines aktuellen Vorhabens ist, hat er sich jetzt schon vorgenommen, jedes Jahr ein humanitäres Projekt oder eine Tierschutzorganisation mit einer Aktion zu unterstützen.


Fondation Cancer: LU21 0019 1755 1788 1000 BCEE
Fondatioun Kriibskrank Kanner: LU17 0028 1408 4840 0000
BILReagis: LU16 0019 2955 5247 4000 BCEE, Vermerk: Sylvain Backes www.facebook.com/pages/Sylvain-Backes/596350890398292